Archiv 2013

30.12.13 
Der letzte Jahresrückblick endete wie folgt: 
"Und 2013? 
Was erwartet uns? 
Frau Franz wird 30. 
Herr Franz geht weiter stramm auf die 40 zu (der alte Sack). 
Die Hosenscheißer kriegen Zähne und Bio-Rind. 
Und vielleicht darf Papa Franz mal n Bier wegnuckeln..." 
Ja, bis auf das Bier alles erledigt... 
Und sonst so? 
Wenn man so drüber nachdenkt, fühlt es sich an wie mehr als ein Jahr, das es zusammenzufassen gilt. So viel ist passiert. 
Im Januar die Bude auf den Kopf gestellt. Das ganze Haus auf Großfamilie getrimmt. Schön isses geworden. Wunderschön. Und dennoch muss man ständig umräumen und umdenken. Was gestern noch sicher war, gehört heut schon zum eingenommenen Gebiet. Überall kommen die 30 kleinen flinken Finger hin. 
Zum Jahresbeginn noch den ganzen Tag gelegen. Dann drehen, robben, sitzen, krabbeln, stehen, laufen. Die Erinnerung an die zarten hilflosen Menschlein in den Inkubatoren verschwimmt mehr und mehr. 
"Es wird nicht besser, es wird anders." Dieser halb pessimistische Ausspruch trifft so verflixt oft zu. Zum Jahresbeginn noch Löffelchen für Löffelchen in die Schnuten stopfen und Flasche geben. Nun sitzen sie zusammen mit uns am Küchentisch. Die Hälfte der Zeit wird gegessen, die andere Hälfte wird zur Dekorierung des Fußbodens genutzt.  
Sie beschäftigen sich selbstständiger. Das Aktionsgebiet erweitert sich. Und somit auch das Chaos. Raum für Raum, jede Ecke wird eingenommen. Die Neugier ist schier grenzenlos. Seit ein paar Monaten auch in der Kita. Sie lieben es.  
Und Mama Franz darf endlich wieder arbeiten gehen. Aber die meiste Zeit hockt man ja doch zu Haus bei kranken Kindern.  
Und so hat die Kita und die damit einhergehenden Krankheiten geschafft, was die ganze Elternzeit nicht geschafft hat. Mama Franz ist geistig komplett im Arsch. Die Zeit mit den heißgeliebten Kindern ist nichts als Organisation, Arbeit, stark sein müssen und immer schwächer werden. Kuscheln, Schmusen, Lachen tritt in den Hintergrund. Scheint unmöglich. Wie ein Roboter nur noch funktionieren. Das Langersehnte sogar verfluchen.  
Und so beneiden sich Mama und Papa gegenseitig. Wie gern wäre der Papa den ganzen Tag bei seinen Mädels. Wie gern wäre die Mama einfach nur arbeiten. Skurril... 
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Sie können laufen. Sie werden immer schneller. Sie kabbeln sich. Albern miteinander. Sind füreinander da. Wenn ein Mäuslein weint, horchen die anderen auf und bringen Tuttis und das Lieblingsschmusetier. Nina hilft Mama und Papa mittlerweile sogar schon. Papa sagt: "Nina, gibt's du Hanna bitte den Tutti?!". Dann wackelt sie zum Tutti, zeigt ihn Papa noch kurz, Papa nickt und dann wackelt sie weiter und steckt ihn Hanna in die Schnute... 
In Sachen sprechen lauern wir noch. Mamamam hört man ständig. Papapap ist selten. Bitte ("te") und danke ("da") verwenden sie schon. Und seit heut kann Nicki "Buch" sagen. Kommt angewackelt mit einem Kinderbuch in der Hand, reckt es zu Mama und sagt: "Buch". Genial. Sie werden wissbegieriger. Deuten auf etwas und wollen wissen wissen wissen. 
Wir dürfen also gespannt auf's nächste Jahr sein. 
Viele erste Worte. Mehr Kommunikation. Mehr verstehen. Bewusster handeln. Oder auch bewusst nicht handeln. Besonders unser kleiner Frechdachs Hanna. Zuweilen denkt man, sie ist taub. Nein, eigenwillig. Ein kleines Zicklein. Stur. Und sooo süß dabei. 
Diese ganzen süßen Momente... Und doch ist es so irre anstrengend... 
Und wie der ganze Alltag dreht sich auch der Jahresrückblick nur um die Kinder. Man vergisst sich selbst. Fast vergessen wir uns. Daran gilt es zu arbeiten. Das Fundament darf nicht bröckeln. Zeit zu zweit müssen wir uns ergaunern. Aber dank unserer Familie und Freunden ist das in gewissem Maß möglich.  
Was wären wir ohne unsere Eltern und Onkel Tommy. Insbesondere Oma Anni ist uns die größte Stütze im Alltag. Ganz wichtig auch das Verständnis von Freunden und insbesondere Kollegen. Und nicht zu vergessen, Rat und Trost von anderen Drillingseltern. 

 

06.12.13 
Freakshow... 
Augen mühsam auf. Ohren auf Empfang gestellt. Klingt etwas windig. Ein erster verschlafener Blick aus'm Fenster. Da fliegt ne rote Kutte vorbei. Is ja der Hamma. Schnell runter. Tür n Spalt uff und gelinst. Watt macht'n der da? Da steht ein hagerer alter Mann in unserem Eingang und bibbert und flucht vor sich hin. Seltsame Erscheinung: Rote Hose, fette neongelbe Snowboots mit Reflektoren, weißes Feinrippunterhemd, umgeschnallter Bauch, n zerzauster schneeweißer Vollbart und ne Glatze. In der einen Hand ne megagroße Alditüte. Mit der anderen feuert er wütig wie Rumpelstilzchen seine Bommelmütze uff'n Boden... Ich also die Tür bissl weiter uff: "Ey, Läuschen, komm rinn. Ich schmeiß ne Runde warmen Kakao und n Keks findet sich och.". Er dreht sich zu mir um, steht stocksteif da, reißt die Augen weit auf und glotzt mich an. Ich so: "Alta, ick beiß nich. Aber sach mal, welcher Aldi hat'n um die Zeit uff. Ick brauch noch Butter zum Backn.". Man sieht, wie es bei ihm im Oberstübchen rattert. Dann beginnt er langsam auf mich zuzulaufen. Mit der unbemützten Hand fuchtelt er kleine Kreise in die Luft und faselt: "Du träumst... du träumst... du träumst...". Ich so: "Ja nee, is klar. Du bist nich grad die Sorte Mann, von der ick träumen würde. Heut Morgn schon inn Spiegel jeguckt? N sauberet Hemd hätt‘ste dir och anziehen können!". Er verdutzt: "Kieck dich doch mal an. Bist och keene Enschelina Scholiii.". Na jetz schlägt's aber Dreizehn. "Boa, du fieser alter Sack. Ditt mit dem Keks hat sich jeschissn.". Plötzlich scheint ihm wieder einzufallen, dass er ja gar nicht da is. Er stellt seine Alditüte ab, kramt in seiner Hosentasche, holt Sonnenbrille und ein Art schwarzen Taschenvibrator raus. Setzt die Brille uff, hält mir ditt Stäbchen vor's Gesicht und zack - n Megablitz. Er nimmt ditt Ding weg und guckt mich fragend an. "Selten so gelacht. Den Film hab ick och jesehn. Und jetz mach die Flatter, ick brauch jetz n janz starkn Kaffee.". Er stutzt, steckt sein Ding weg und ***PLOPP*** issa weg. Samt Alditüte... 

 

 

27.11.13 
Terror oder Fürsorge? 
Ein kleines rosa Monster, nich mal n Meter groß, kaum Haare uff‘m Kopp, kaum Zähne im Mund, wird von 20:00 bis 23:00 Uhr im Halbstundentakt wach. "Uuuääähhh!!!". Nach 23:00 Uhr nicht mehr, denn es schläft gar nicht erst wieder ein. Bis zum Schichtwechsel um Mitternacht terrorisiert es Papa (und Mama kann auch nicht schlafen) und dann nahtlos Mama (und Papa kann immer noch nicht schlafen). Kleines Aas. So gut wie nie schafft es ein Hosenscheißerchen bis in Mamas und Papas Bett. Das kleine rosa Monster heute schon. Und es wird fröhlich weitergeheult. "Uuuääähhh!!!". Nix hilft. Warme Milch. "Uuuääähhh!!!". Bauchi kraulen. "Uuuääähhh!!!". Tutti. "Uuuääähhh!!!". Kuschelversuche werden vehement abgeblockt. Die kleine Monsterbacke windet sich lautstark zwischen Mama und Papa (rechts und links auf den Kanten liegend) auf deren heiligen vier Quadratmetern. Mama platzt die Hutschnur. Göre geschnappt, ab ins Kinderschlafzimmer, Dudeldei an, "Entschuldigt, Mädels!" zu den Schwesterchen, Monster ab in ihre Zelle. Püppi auf die Brust, Tutti eingekorkt und raus. Und was passiert: RUHE! Das kleine rosa Monster gibt Ruhe. Nach zweieinhalb Stunden. Mir nichts, dir nichts. Eingepennt... 

"Endlich Feierabend... Wir, also Trick, Track und ich, hatten abgemacht, dass ich mich heut um Mama und Papa kümmer. Sie sehen so fertig aus. Seit Wochen. Wir machen uns echt Sorgen. Naja, tagsüber kann man sie ja leicht überwachen. Aber nachts hauen die ja ständig wieder ab. Mühsam muss ich die alle Nase lang zu mir zitieren. Dann machen sie mir die Dudeldei an. Als wäre ich nicht schon müde genug, machen sie mir meine Schicht auch noch derartig schwer. Wie soll ich mich denn da wach halten? Irgendwann haben sie mich dann zu sich geholt und mich angeglotzt und untersucht. Da wurde es mir zu bunt. Ich hab gebrüllt und gestrampelt. Vergebens Dabei war doch schon Schichtwechsel. Hanna war dran. Aber die haben mich nicht mehr weggelassen. Eingekesselt von allen Seiten klammerten sie sich an mir fest. Und plötzlich muss Mama ein Licht aufgegangen sein. Sie packt mich, trägt mich zurück, macht meine Dudeldei an, labert noch kurz auf Nina und Hanna ein und legt mich endlich endlich zurück in mein Bett. Endlich bei Püppi und meinem Lieblingstutti. Ich bin fix und fertig... Hanna, du musst aufwachn. Hanna? Schichtwechsel... Ich bin so mü... grunz... schnarch... pups... Ups! Ich war das nicht... schnarch..." 

 

 

 

24.11.13 
Abendbrot fertig.  
Wie immer mit Schlachtfeldoptik. Schnuten voll. Händchen voll. Hier und da auch eine Nase oder ein Ohr voll. Nacken voll. Sitz voll. Boden voll. Tisch voll. Schnauze voll...  
Papa putzt Nina die Hände. Mama is mit Hanna beschäftigt. Nicki streckt die Hand nach ihrer Pulle aus. Zu weit weg. Sie reckt den Arm so sehr sie kann. Immer noch zu weit. Sie beugt und biegt sich so gut es geht nach vorne. Aber nix is. Sie murrt. Und knurrt. Und fiept. Und quietscht. Und nörgelt. Dann wirft sie sich zurück und zu den Seiten mit einem Gesicht so rot wie eine Tomate und so zerknautscht wie nach nem Stück Zitrone. Dann auch noch: "Uuuääääh!". Papa reicht's: "Ey, wenn du lernst, so zu quengeln, wie deine Mutter, dann platzt hier die Bombe!". Mama ganz trocken: "Die is schon ausgelernt...". 

 

 

19.11.13 
Mama sitzt an Ninas Bettchen. Trösten ist erledigt. Sie is ruhig und auf'm Weg ins Schlummerland. Aber wehe, Mama geht weg. Da bimmeln die Alarmglocken und die Sirenen gehen an. Also hockt die Mama da im Halbdunkel und bibbert. Vorschiftsmäßige verfickte 17 Grad. 
Da regt sich was im Nachbarbettchen. Das kleine Knäuel liegt auf'm Bauch, Popo in die Höh und wird so langsam unruhig. Ein Tutti im Mund. Der Stellvertreter links. Die Nummer Sicher rechts. Das Köpfchen dreht sich nach links. Tutti ans Näschen halten. Doof! Das Köpfchen dreht sich nach rechts. Tutti ans Näschen halten. Auch doof! Sie murrt. Stemmt sich hoch. Sitzt. Rechter Tutti ans Näschen. Murren. Doof! Den linken nochmal probiert. Murren. Megadoof! Sie zögert kurz. Dann denkt sie sich: "Ich muss Mama Bericht erstatten. Wo isse denn?". Dann startet sie: "Uuääähääähää...". Mama: "Hanna...". Stille. Hanna ortet. Dreht das Köpfchen zu Mama. Stutzt. Denkt: "Rekordzeit. Respekt!". Dreht das Köpfchen wieder weg. Denkt: "Wo war ich stehengeblieben?". Kippt zur Seite, dreht sich auf den Bauch, Popo in die Höh. Köpfchen zum Stellvertreter. Kurz tutteln, dann schnarchen... 

 

 

14.11.13 
Kuschelzimmer. Ein Raum mit Matratzen, Kissen, Schmusetieren und eigentlich nichts hartem. Irgendwie hat sich eine Nuckelkette reingemogelt und wird ganz zielsicher von Papas Fuß gefunden: "AAAHHH... verdammte Drecksarschmistvotzenhurenwichspullerfickscheiße...". Mama kennt das und gibt n müden, aber belustigen Blick. Papa: "... und du brauchst gar nich so angegeilt guckn." 

 

 

12.11.13 
Ick zeig ihm n Foto von mir und er sagt: "Du musst echt noch üben, hübsch auszusehen.“ 
War schon lange nicht mehr so sprachlos.  
Dann legt er nach: "Das is so n richtiges Hassgesicht." 
Und nachdem ich ihm die Worte "Fett, Wal, abreißen, reinscheißen, Sack, abhacken, zerquetschen, alt, grau, ranzig und Waldschrat" an den Kopf geknallt habe und mit draußen überwintern gedroht habe, wird zurückgerudert wo er nur kann. 

 

 

31.10.13 
Die Kids sitzen artig aufgereiht wie die Hühner auf der Stange in ihren Stühlchen. Mama läuft an ihnen vorbei. Ein wohlbekannter Geruch steigt ihr in die Nase.  
Sie stellt fest: "Jemand hat gekackt!" 
3 Unschuldsminen. 
Da sagt Papa: "Ups..." 
Mama guckt Papa verdutzt an. 
Papa weiter: "..beim Niesen..." 
Mama dutzt noch mehr. 
Papa zuckt gleichgültig die Schultern: "Passiert...". 
Mama ist entsetzt. 
Papa: "Mach nüscht. Schüttel ick nachher aus‘m linken Hosenbein..." 

 

 

19.10.13 
Wo nehm ich nur die Kraft für die nächsten fünf Minuten her? Oder die fünf danach? Oder die danach? 
Wie übersteht man den Tag, wenn morgens schon die Akkus piepen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wo das Ladegerät ist. Ich hab's so lange nicht mehr gesehen. 
Wenn die Nächte ruhig sind und die Tage sonnig, tankt man Kraft und alles scheint easy zu sein. 
Wenn die Nächte Tage sind und die Tage wolkenbehangen, zehrt das mehr, als man getankt hat. Als man tanken konnte und je wird.  
Und keine Sonne in Sicht.  
Diese unglaubliche Last. Sie drückt und zerquetscht. Uns beide.  
Nicki kommt angekrabbelt. Klettert an Mama hoch. Guckt. Tätschelt mit den Händen. Was hat Mama da? Total nass. Sie schmiegt sich an. 
Jetzt weiß ich wieder, wo mein Ladegerät ist... 

 

 

09.10.13 
Unser neuer Alltag... 
5:00 Uhr: Der Wecker steht auf. 
5:05 Uhr: Mama: "Hä... Wa?... Alta, jetz schon?... verf*** Sch***!!!" 
5:10 Uhr: Reinigungsprogramm läuft 
5:30 Uhr: Futterprogramm startet 
5:45 Uhr: Kita-Brotbüchsen für Frühstück, Zwischenmahlzeit und Vesper (Welcher Vollpfosten hat dieses Wort erfunden. Is ungefähr so geläufig wie Vetter und Base. Aber lassen wir das.) fertig machen. 
6:05 Uhr: Rapunzel kämmt ihr Haar, macht n kurzen Spiegel-Check, stellt fest, dass eh nix zu retten is und nimmt hin. 
6:10 Uhr: fix Klamotten für die Ladies raussuchen 
6:15 Uhr: Mäuse wecken (Stichwort Rache) und in der Spielecke parken. Prompt wird gequietscht und gespielt. Alles andere als Morgenmuffel. Als würde man nur von "Off" auf "On" schalten. Geil. 
6:20 Uhr: Ein Drittel Um- und Anziehen. Zwei Drittel spielen. Reihum bis alle startklar sind. 
6:45 Uhr: 2 Mäuse in den Zwillingsbuggy. 1 Maus auf'm Arm. Ab zum Auto. 3 Zwerge und den Buggy verstauen. Handgepäck hinterher und auf geht's.  
7:00 Uhr: Ankunft Kita. Auto auf. Kids raus. Auto zu. Kita auf. Kids rein. Kita zu. Klamotten aus. Kids Tschüss. Mama aufatmen... 
7:15 Uhr: Fahrt zur Arbeit oder nach Hause 
7:30 (oder 8:00) Uhr: Arbeitsantritt in Berlin oder Daheim 
Irgendwann zwischen 15:00 und 16:00 Uhr: Feierabend. 
16:00 Uhr: Aufräumen. Abendessen vorbereiten. Nochmal durchatmen. 
16:45 Uhr: Aufbruch zur Kita. 
16:50 Uhr: Ankunft Kita. Kiddies und ihre sieben Sachen zusammensammeln und ab nach Hause. 
17:15 Uhr: Ankunft zu Hause. Ab in die Spielecke.  
17:45 Uhr: Abendessen. 
18:00 Uhr: Auftritt Zahnfee. 
18:05 Uhr: Ab in die Spielecke. Nebenbei alle umziehen. 
18:30 Uhr: Ab ins Kuschelzimmer. Noch einen Schluck trinken. Kuscheln. Gääähnen. Noch mehr kuscheln. Noch mehr gähnen. 
18:45 Uhr: Nicki ins Bettchen. Nina ins Bettchen. Hanna ins Bettchen. 
19:00 Uhr: AUUUUUUFATMEN... Handy raus. Nachrichten, Mails, WhatsApp und Facebook checken. Geschichten schreiben. Blödsinn posten... 
Erschöpft einschlafen. 
"Uuuäääh!!!" 
Aufspringen. 
Torkeln. 
Kopfkraulen. Nuckel einstöpseln. Zwei drei Worte säuseln. 
Ab ins Bett. 
Erschöpft einschlafen. 
"Uuuäääh!!!" 
Springtorkelkraulstöpselsäuselprogramm starten. 
Kontrolliertes Chaos. 
Wenig Zeit für und mit der Familie.  
Und noch weniger für sich selbst.  
Und so gut wie keine zu zweit. 
Trotzdem lachen, spaßen, witzeln, frech und ausgelassen sein können?  
Trotzdem genießen, was der Tag bringt und alles meistern können? 
JA! 
Vor allem weil wir ganz einfach ruhige und fröhliche Menschen sind. 
Ein bissl manchmal auch Lachen um nicht zu weinen. 
The Show must go on... 
So, und nu Schluss für heut. Der Kieskerl kommt gleich. Das is der große Bruder vom Sandmann. Der kommt nicht mit nem Mäntelchen und Mützchen im Ballönchen angeflogen und bringt ein Säckchen mit Schlafsändchen und Gute-Nacht-Liedchen. Sondern der trägt Overall und Bauhelm, fährt mit nem Kipper vor, läd einen Berg Schlafkies auf dir ab und brüllt: "Schlaf!!! SOFORT!!! Sonst komm ich wieder, wenn dein Wecker klingelt!!!" 
Überredet. 
Gut Nacht. 

 

 

7.10.13 
Sooo - AUFATMEN... 
Erster Vollzeittag bei Familie Franz ist geschafft. 10 Stunden Kita und Mama und Papa auch arbeiten. Heut früh lief alles super mit wecken, fertig machen und ab zur Kita. Abschied ganz easy. Dann fein zur Arbeit tuckern. Kollegen herzen, kurz plauschen und ran an den Speck. Dann kurz einkaufen und um 17:00 Uhr mit Onkel Tommi zur Kita. Kiddies holen, nach Hause, Abendessen, umziehen und ab ins Bett. Auch suuuper geklappt. Alles durchgeplant. Aber Chaos ist der größte Feind mit 3 Kindern... 
Nun mal sehen, wie die Nacht wird. Ich rechne mit Theater. Schließlich haben sie viel zu verarbeiten. Na, das kriegen wir auch noch hin... 

 

 

3.10.13 
2:00 Uhr 
Nun wieder die Sorte Nächte, in der man endlich endlich nachholen will und MUSS. Drei Nächte "Wache schieben" oder wegen extremem Reizhusten nicht schlafen können und nebenbei mit Antibiotika ne Angina oder was in die Richtung bekämpfen. Nun ist auch Paul wieder dolle krank und Mami hat nun mal die besten Ohren. Also ständig aufspringen...  
Oberflächlich betrachtet sind es 5 Erkältungen. Aber es ist so viel mehr. Und wir sind zum ersten Mal in solch einer Situation. Und es sind eben DREI. 
Durch die Kita sind die Kiddies sehr sehr anhänglich. Wenn man auf dem Boden sitzt, kommen alle angekrabbelt und klammern und schmusen. Wenn man einen Moment zu lange an einer Stelle steht, hat man mindestens Hanna und Nina am Bein zu stehen. Und Riesengeschrei wenn man sich wegbewegt. Bei all der Anhänglichkeit will aber auch Essen gekocht werden oder schlichtweg mal aufs Klo. Und ab Mittag bestehen sie auf einen Ausflug ins Freie. Fordern es lautstark ein. Zudem bekommen sie nun alle Augentropfen und Nasentropfen. Und sie sind echt keine Fans davon. Allein kaum zu schaffen, es ihnen zu verabreichen. Aber es muss. Inhalieren steht bei Nicki nun auch auf dem Plan. Bei ihr sind die Bronchien angegriffen und sie steht kurz vor einer Mittelohrentzündung. Wie bringt man ein einjähriges Mäuschen zum Inhalieren? Da haben wir das Glück auf unserer Seite. Sie ist ganz wild darauf...  
Der Husten macht ihnen nachts wieder mehr zu schaffen. Sie schrecken davon hoch, verstehen die Welt nicht mehr, sind ein wenig panisch sogar und jedes Mal muss Mami oder Papi kommen. Und wenn’s nur ein Köpfchenkraulen ist. Man will ja auch den Rest der Meute nicht wecken. Paul muss muss muss arbeiten. Ob er aufm Zahnfleisch kraucht oder nicht. Körperlich und geistig schon lange lange an den Grenzen. Aber jede Krankmeldung ist ein Risiko, auf die Abschussliste zu geraten. So isses nun mal. Ich wüsst nicht, was wir machen würden, wenn ich auch solche Verhältnisse auf Arbeit hätte. Das Verständnis und Wohlwollen ist bei mir auf Arbeit so riesig. Unfassbar. Das nimmt mir so viel Kummer... 
Irgendwie dreht sich alles um Schlaf. Ob Nachtschlaf oder ein/ zwei Stunden zwischendurch. Endlich auskurieren. Gesund schlafen. Aber es bräuchte schon ne gute Woche erholsamen Schlaf jede Nacht, um da was zu ändern. Aber nicht mal eine Nacht is drin. Für mich als Epileptiker sehr riskant. Schlafentzug steigert das Anfallsrisiko. Der geistige Zustand nach einem Anfall würde wochenlangen kompletten Ausfall bedeuten. Das hat mir der letzte große Anfall 2007 klar gemacht. Ganz zu schweigen vom Führerscheinentzug... 
Jetzt blick ich zurück auf die drei Nächte, in denen es mich glücklich gemacht hat, meinen Mädels zu helfen. Heut Nacht nicht. Heut Nacht könnt ich heulen. Alles wird auch mal zu viel. Es reicht. Ich brauch Schlaf. An Freizeit gar nicht zu denken. Mir zu gönnen, hin und wieder zu schreiben, ist meine ganze Freizeit und ist mein Ausgleich... 
Und so wird aus 5 Erkältungen eine Zeit, die uns mehr, weit mehr, an die Grenzen treibt, als das gesamte erste Lebensjahr inklusive der ersten 24 Zähne. Himmel, an Rotaviren oder sowas mag ich gar nicht denken. Und diese Unkereien immer "Na warte mal ab, wenn sie dies und das bekommen. Da haste Spaß." Ein Gesicht kann so anziehend auf meine Faust wirken... 
Und immer dieses Mitleid. "Drillinge? Ach Sie arme Frau." Ich kann’s nicht mehr hören. Hassen die ihre Kinder so sehr, dass das erste was sie für eine Mutter empfinden, Mitleid ist? JA, ES IST WAHNSINNIG ANSTRENGEND. Aber nie würde ich das Fremden gegenüber eingestehen. Ich poste dies ja sogar nur in der Franzelchen-Gruppe. Nicht mal den meisten Familienmitgliedern gestehe ich es ein und würde es auch jetzt nicht. Aber es ist so kräftezehrend. So oft "Ich kann nicht mehr." und Weinen, wie ein kleines Kind. Ja sogar Neid auf Einlingseltern und Sehnsucht nach den "alten Zeiten"...  
Dann kommen sie kuscheln und Liebe, Fürsorge und Verantwortung drängen alle schwachen oder verzweifelten Momente weg...  
Aber für immer kürzere Zeit... 

 

 

30.9.13 
Nun sitz ich schon die zweite Nacht in Lauerstellung, um über den Schlaf unsrer Engelchen zu wachen. Ganz erschöpft vom Kita-Tag und von ihrer Erkältung liegen sie in ihren Bettchen. Die Spieluhr dudelt. Das Nachtlicht brennt und taucht den Raum in ein Licht wie Kerzenschein. Es röchelt und schnarcht. Vom eigenen Husten wachen sie ruckartig auf, finden alles doof und jammern nach Mami. Damit sie schnell wieder in den Schlaf finden, spurtet Mami sofort hin und setzt sich aufs Stühlchen neben dem Bett. Und nun ist jede Maus anders.  
Nina liegt quer im Bett auf dem Bauch, die Knie angezogen unterm Bauch und den Popo in die Höhe. Die Ärmchen grabbeln nach Tuttis und Hasi. Das Köpfchen wird gar nicht erst gehoben. Mami krault den Nacken. Ihre süßen Löckchen. Das warme Hälschen. Endlich hat das Händchen den Tutti gefunden. Zack - eingestöpselt. Das andere Händchen zerrt den Hasi zu sich. Die Ohren geschnappt. Zwei, drei Mal an der Nasenspitze reiben und schon schnarcht es wieder ruhig. Aber wehe Mama hört auf zu Kraulen. Gaaanz lange muss sie aushalten. Gern tut sie's für ihr Engelchen. 
Wenn Nicki durch ihren Husten wach wird, findet Mami sie meist in der rechten oberen Ecke ihres Bettchens. Ebenfalls auf dem Bauch. Die Arme neben dem Oberkörper ausgestreckt. Murrend. Windend. Mami dreht sie auf den Rücken und zieht sie weiter in die Mitte des Bettes. Sie streckt und räkelt sich ausgiebig. Mein kleines Zeitfenster zur Tuttisuche. Denn wenn das Räkeln beendet ist, wird geheult oder getuttelt. Mami hat die Wahl. Der Tutti wird also eingestöpselt und Rosi, ihr rosa Püppchen, wird auf die Brust gelegt. Sie greift mit beiden Händen danach, reckt das Kinn nach oben und reibt sich Rosis Beinchen am Kinn hin und her. Oder Rosis Ärmchen. Oder Rosis Wäschezeichen. Hauptsache Rosi. Wenn sie ganz besonders müde ist, hält sie Rosi nur ans Kinn und dreht den Kopf hin und her. Dabei macht sie ein wahrhaft königliches Gesicht. Sie zieht die Augenbrauen hoch und sieht ein bissl wie Ihre Hoheit aus. Mami darf sich dann auch untertänigst entfernen. 
Unsre kleine Hanna meldet sich eigentlich selten. Und wenn, dann sitzt sie im Bett. Mittendrin. Heult nach Mami und Papi. Erstmal ein Küsschen aufs Köpfchen. Die Wangen gestreichelt. Umarmen, so gut es eben geht. Dann wird sie auf den Rücken gelegt, ein Tutti eingestöpselt und ein zweiter in die Hand gelegt. Mit dem reibt sie sich dann auch gern das Näschen, bis sie wieder einschläft. Es darf auch gern ein drittes Tuttelchen in der anderen Hand sein. Nummer Sicher. Wer weiß, ob der Sandmann nicht mal einen braucht und ihr stibitzt. Kaum ist Mama aus dem Zimmer, dreht sie sich um, zieht die Knie unter den Bauch und streckt den Popo in die Höhe.  
Wenn man sich eh damit abgefunden hat, nachts Gewehr bei Fuß zu stehen, sieht man das alles mit anderen Augen. Dann ist man nicht mehr genervt oder gestresst. Man ist jetzt Aufpasser. Schlafverteidiger. Sandmannhelfer. Man genießt sogar das Köpfchenkraulen, das Kratzbuckeln bei Ihrer Hoheit und die nächtliche Knuddelei. Man fühlt sich gebraucht und geliebt. Man ist alles für die Kinder. Mama kommt und die Welt ist perfekt. Das ist Liebe in seiner reinsten Form. Bedingungslos. Ursprünglich. Erfüllend. 
Dann kriech ich ins Bett. Papa wird grade genug wach um zu betteln: "Kraulst du mich?" Und weil es mich selbst beruhigt, naja, und ich ihn halt liebe, kraul ich ihm den Nacken. Friedlich startet das Schnarchkonzert.  
So erschöpft ich auch bin, so glücklich macht mich all dies so oft auch. 

 

 

 

16.9.2013 
Schön war's. Lieb sind se. Stolz isse... 
Also, um 5:30 is die Mami und um 7:00 die Mädels uffgestandn. Um halb acht gab's Frühstück und dann haben wir uns fertig gemacht. Gepäck und Babyschalen ins Auto und los. Dort angekommen erstmal den Kinderwagen aufgebaut, die Babyschalen ruffgeklickt, Gepäck geschnappt und los. Durch ne Baustelle, aber gut. Rinn in den Laden. Die Erzieher haben auch gleich mitangepackt. Musste ein bissl bremsen, denn Mama hat ja schließlich auch Eingewöhnung und muss das alles auch händeln können. Die Zicken also rein zur Meute und gegloootzt. Erstmal in die Kuschelecke manövriert und von dort die Lage gepeilt. Mama hat inzwischen den Wickelkram ausgeladen und verstaut. Außerhalb der Sichtweite. Aber egal. Die Mäuse waren mit Glotzen beschäftigt. Zwei Erzieher und Mama haben sich zu ihnen gesetzt. Bissl gequatscht. Währenddessen sind Nicki und Hanna auf Entdeckungstour gekrabbelt. Nina erst sehr viel später. Nicki hat gleich den ersten Knutsch bekommen. Er fand sie auch direkt zum Anbeißen. Ist die Erzieherin aber dazwischen gegangen. (Wenn das meine Schwiegersöhne wüssten...). Nach einer dreiviertel Stunde ab nach Hause. In der Theorie. Die Baustelle war nun nämlich abgeriegelt. Mami durfte mit dem Wagen schön ne Ummmleitung nehmen und querfeldein zurück zum Zickentransporter. Grrr. Geschimpft wie ein Rohrspatz... So. Und nun wird noch ne halbe Stunde gespielt bis zum Mittagessen... 
Ich find's großartig. Mir war nicht einen Moment nach heulen. Ich war einfach nur verblüfft und stolz... Herrlich. Aufregend...  
Scheiße, bin ich müde... 

 

 

11.9.13  
Die Brut liegt eeendlich im Bett, man dreht sich um, geht raus, schließt sie Tür und flüstert leise: "Bitte bitte bitte...".  
Man geht ein paar Schritte. Und flüstert wieder leise: "Ja ja ja". 
Dann murrt es - jammert es - heult es. Und man flüstert energisch: "Fuck!"… 

 

 

9.9.13 
"Das ist doch selbstverständlich."...  
Manchmal ist man ganz beschämt.  
Oft eigentlich.  
Alle, die nicht solches Glück haben wie wir, werden mir zustimmen. Wir brauchen nur rufen und schon wird uns geholfen. Im Alltag. Mal eben durchwickeln. Aber auch stundenlang Babysitten. Mal ne halbe Stunde durch den Garten fahren, damit der Haushalt ungestört erledigt werden kann. Für uns einkaufen fahren. Mit uns zu den Ärzten fahren. Für uns umsichtig sein, wenn in Haus und Hof alles drunter und drüber geht. Sich aber in allem zurückhalten und sich niemals einmischen. So viel Hilfe ohne uns reinreden zu wollen... Dann sagt man Danke und dann kommt dieses "selbstverständlich"... Ich weiß nicht... Ich glaub nicht... Nein, pure, bedingungslose Hilfsbereitschaft, auch in Familie, ist heutzutage selten!... Unsere größte Stütze ist es, zu wissen, dass unsere Eltern und Pauls Bruder jederzeit für uns da sind und alles für die Mädels tun würden. Allein dieses Wissen beruhigt schon... ... ... Und dann sind da noch all die vielen vielen Menschen, die es so gut mit uns meinen. Freunde und Bekannte, die uns Kleidung und vieles mehr für die Mädels schenken. Verständnisvolle und hilfsbereite Kollegen. Und auch die vielen Fremden auf der Straße die staunen, lächeln, anerkennend nicken, was uns jedes Mal stolz und glücklich macht... All diese Menschen, mit ihren kleinen, großen oder überwältigenden Worten und Taten helfen uns, unser Leben und unsere Aufgabe zu meistern... Nichts ist selbstverständlich. Glück. So viel Glück... 

 

 

8.9.13 
So, Wochenende ist auch schonwieder rum. Viiiel Zeit zu fünft. Geschmust, gealbert, gelacht, gepennt. Auch n bissl Zeit zu zweit gehabt. Wieder geerdet. Kraft getankt. Auf geht's in die neue Woche. Die letzte Woche zu Hause für die Kids. In einer Woche startet die Eingewöhnung und dann geht dir ganze Familie volltags malochen. Anstrengend wird's. Und schön. Und anstrengend. Und schön. Mal sehen, was überwiegt... N schönen Sonntagabend und n leichten Wochenstart euch allen... 

 

 

3.9.13 
Papa is krank. Mit allem Drum und Dran. Niagara-Rentier-Nase, Husten mit Kotzeklang und Oh-wie-ich-leide-Blick. Mama, fürsorglich wie se nun mal is, watschelt zur Hausapotheke, schnappt zwei Tabletten und eine Lutschtablette und trottet zurück zu ihrem Patienten. Sie streckt die Hand aus und sagt: " einmal lutschen, zwei Mal schlucken.". Papa: "Naja, wenn du drauf bestehst." 
Weiß gar nicht, was es da zu grinsen gibt... 

 

 

24.8.13 
Papa hält Klein-Hanna am Kaffeetisch ne Standpauke. Mit erhobenen Zeigefinger, ernster Miene und Grummelstimme. Hanna grinst frech zurück. "Ha Ha" macht sie. "Ha Ha!!!"... Mama lacht... Hanna guckt zu Mama. Mama versucht ernst zu sein. Mama versagt. Mama lacht... Hanna lacht... Mama lacht lauter. Hanna lacht lauter... Zack - Hanna und Mama im Lachflash. Nicki und Nina glotzen verwirrt. Dann fasziniert. Spucken ihre Bananen aus und machen mit. Klatschen mit den vollgematschten Bananen-Händchen auf den Tisch. Grinsen sich kurz an und lachen dann mit Hanna und Mama mit... Papa guckt verdattert und mühevoll ernst seine Weiberschar an und schreitrecht kleinlaut: "Ihr wollt wohl meine Autorität untergraben!?!?!" 

 

 

23.8.13 
So, die erste Arbeitswoche ist geschafft. Mit Unterbrechung am Donnerstag wegen dem Check-up der Augen von den Mädels (allet jut soweit) aber ansonsten fleißig durchgehalten... 5 Stunden früher als zuvor aufstehen schlaucht seeehr. Am frühen Vormittag hatte ich Montag und Dienstag stundenlange Tiefs. Aber nun geht’s... Ich fühl mich super dabei. Irgendwie freier. Morgens ins Auto setzen, Musik an und los. Auf Arbeit endlich wieder mit meinen wundervollen Kollegen Zusammensein dürfen. Lockere, lustige Arbeitsatmosphäre. Genau mein Ding. Man fühlt sich gemocht, geschätzt und geachtet. Ich fühle mich nicht mehr nur allein wie Mami, sondern bin endlich wieder in MEINEM Leben angekommen und bin wieder 100 % ICH... Ich bin glücklich!!! 

 

 

19.8.13 
Shit, is das früh... Aber wie heißt es so schön - der frühe Vogel fickt den Wurm... FÄNGT. Fängt meine ich... verdammt früh... bezweifle, dass der Vogel überhaupt schon im Bett war. Und warum steht der Wurm auch so früh auf und kriecht umher. Braucht er sich nicht wundern, dass der Vogel... Boaaa, is das früh... 

 

 

11.8.13 
Familie Franz beim Abendbrot. 
Alles schmatzt und schweigt.  
Nicki murrt. 
Papa rülpst. 
Mama denkt sich "Papi hat gewonnen." 
Nicki - pupst. 
Erste Runde geht an Nicki. 
Alles schmatzt weiter. Langsam mit brabbeln und faxen machen. 
Nicki rülpst.  
Papa pupst. 
Nicki - kackt. 
2:0 für Nicki. 
Und Mama hat Angst vor Runde 3... 

 

 

7.8.13 
Wenn der Trubel sich legt und Ruhe einkehrt; wenn nichts mehr zu tun ist, als einzuschlafen; wenn man alles Revue passieren lässt - manchmal ein Nachmittag, manchmal ein Tag, eine Woche, Monate... - dann kommt da plötzlich zwischen all dem Wirrwarr und Stress, der so im Vordergrund steht, die Erkenntnis: DRILLINGE... Dann fühlt man die Sprachlosigkeit nochmal, die herrschte, als der Doc nicht scherzte. Dann rattert kurz der Schwangerschaftskram und die Neo an einem vorbei. Dann ist man baff von dieser Selbstverständlichkeit, die den Alltag beherrscht. Dann ist man stolz. Dann wird einem bewusst, dass gleich nebenan drei Bettchen stehen. Drei Mädels darin. So unglaublich süß und wundervoll... Und wenn man lange genug über all das sinniert hat, fällt einem ein, dass diese kleinen Hexen jederzeit wach werden können und man ganz fix schlafen sollte... Und ZACK - hat dich der Alltag wieder... 

 

 

25.07.13 
Papa rülpst. 
Papa guckt zu den Kindern und sagt: "Ja Kinder. Fuchs und Elster haben sich grad im Wald getroffen. Die Elster hat's nicht überlebt. " 
Mama kriegt sich nicht mehr ein vor Lachen. 
Papa guckt zu den Kindern, zeigt auf Mama und sagt: "Ja Kinder, so sieht ditt aus, wenn sich eener einpullert." 

 

 

25.07.13 (35 Grad Außentemperatur) 
Brrrrrrrr. Ich frier mir grad n Ast ab. War vor ner halben Stunde draußen Schnee schieben. Man wird der Lage ja gar nicht mehr Herr. Kaum bin ich mit dem Weg fertig, kann ich auch gleich von vorne anfangen, weil alles wieder zugeschneit ist. Und jetzt wird mir nicht mal mehr warm. Ich muss mir erstmal n schönen heißen Tee machen... Mensch, hoffentlich kommt der Weihnachtsmann morgen zur Bescherung auch durch und bleibt nicht stecken. Vielleicht hat er ja auch keinen Bock bei dem Wetter. Und das wo sich die Kleinen doch so sehr einen Schlitten gewünscht haben... So, langsam wird mir wieder warm. Wird auch Zeit, dass ich wieder fit werde. Ich muss noch die Lebkuchen-Gewitterwolken-Marinade für den Osterhasen fertig machen. Der kommt morgen auf den Tisch und die Marinade muss noch einziehen... Letztes Jahr hatten wir Teppichröllchen mit Mandelkruste und Sauce a la Maiglöckchen. War nicht so der Renner... Shit, ich hab vergessen die Blutwurst aufzutauen. Was nehm ich denn jetzt als Deko?... Hier geht aber auch alles drunter und drüber... Und als wäre das alles nicht genug, sülzt Paul mich voll, ich hätte nen Sonnenstich und soll den Kindern die Mäntel ausziehen... Ja klar, Sonnenstich. Bei dem Wetter... Was sagt man denn dazu... 

 

 

24.07.13 
Die Mädels sind nun 11 Monate alt und halten uns ordentlich auf Trapp. Aber Alles in Allem ist es viel weniger anstrengend, als wir uns das vorgestellt haben. Wiedermal ist das Glück voll auf unserer Seite...  
Die Zähnchen kommen so problemlos, dass ich jetzt nicht mal sagen kann, wie viele sie im Gesamten schon haben. Ich glaub 22. Hier und dort guckt immer mal ein neues raus...  
Momentan haben sie einen leichten Magen-Darm-Infekt. Und auch hier wieder Glück: sie sind putzmunter und quietschvergnügt. Nur eben Durchfall... 
Im Alltag helfen uns am meisten meine Eltern. Sie fahren für uns einkaufen und sind sofort da, wenn wir sie brauchen. Tag und Nacht. Wir wohnen ja mehr oder minder zusammen. Auch meine Schwiegereltern, mein Schwager und mehrere Freunde sind jederzeit für uns da. Auch hier haben wir furchtbar viel Glück...  
In weniger als einem Monat hat mich die Arbeitswelt zurück. Vollzeit. Und wieder Glück: Ich darf zwei Tage pro Woche zu Hause arbeiten. Das spart Zeit und Geld und macht mich flexibler...  
Ich weiß gar nicht, womit wir so viel Glück verdient haben. Eine andere Drillingsmama sagt immer: "Das Schicksal weiß schon, wer für Drillinge gemacht ist." Wir würden es nicht anders haben wollen. Eins kann jeder, sagt Paul immer. Es gibt viele Momente in denen ich von unseren süßen Schnecken auch ein Dutzend nehmen würde... 
Gerade krabbelt Nicki zu mir auf den Schoß. Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Nicki wirkt immer noch wie die Chefin. Ist den Kleinen (wie wir sie nennen) aber oft unterlegen. Beim Spielzeugklau ist Hanna im Moment Spitzenreiter... Jetzt hockt Nicki in der Mitte vom Krabbelzimmer und spielt mit einer leeren PET-Flasche mit Reis. Hanna hat sich an mein Bein gekuschelt und schlummert ein. Nina ist schon mit dem Sandmann unterwegs... 
Unsicherheit, Verzweiflung und Souveränität halten sich die Waage. Der Alltag läuft wie geschmiert. Aber ich bin langsam leicht aus der Bahn zu bringen. Sie schlafen wunderbar. Wenn das aber mal nicht der Fall ist, weil sie, wie aktuell einen Entwicklungsschub haben, bin ich manchmal erstaunlich schnell aus der Ruhe gebracht. Zu anderen Zeiten bin aber ich total entspannt und steh über den Dingen. Langsam wird's auch Zeit, anderes zu sehen. Ich freu mich auf meine Arbeit. 
Und aus Momenten wie jetzt schöpfe ich Kraft. Meine Mäuse schlafen mittlerweile alle... Man spürt, wie behütet und geliebt sie sich fühlen. Langsam kuscheln sie bewusst. Aus einem zufälligen beieinander liegen, ist Absicht geworden. Wenn Paul oder ich in Sichtweite sind, krabbeln und robben sie sofort los. Wie die Motten zum Licht. Es ist magisch. Es haut einen um. 
Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommen drei süße Franzelchen her. Es ist ein Geben und Nehmen. Sie kosten viel Kraft, Geduld und Nerven, das kann man nicht leugnen. Aber man wird tausendfach entschädigt... 
Tja, und ansonsten... Könnte kühler sein, aber wenn man nichts zu meckern hat, is es ja auch langweilig... 

 

 

22.7.13 
In genau 4 Wochen ist mein "erster" Arbeitstag. Vollzeit. Das wird eine krasse Umstellung. Vor mehr als eineinhalb Jahren war ich zum letzten Mal auf Arbeit. Dann Beschäftigungsverbot und Elternzeit. Auto fahren, statt Kinderwagen schieben. Mit "großen" Menschen reden, statt mit kleinen zu brabbeln. System of a down im Auto hören, statt "Alle meine Entchen" zu singen. Fluchen statt Meckern... Schön wird's. Schwer wird's. Mal sehen was überwiegt... Jetzt stürz ich mich in die letzten 4 Wochen und bekuschel meine Mädels... 

 

 

18.7.13 
Es ist nun schon so lange da, aber ich kann es immer noch nicht fassen, wie stark ein Gefühl sein kann... Liebe ist alles was zählt. Wer sie nicht hat, sehnt sich danach. Wer sie hat, kann alles erreichen... Es ist magisch... Zwei Herzen gehören zusammen für immer und ewig. Man spürt es in Allem. Wortloses Verstehen. Zärtliche Blicke zu jeder Zeit. Nähe genießen. Offen und ehrlich. Lachen. Weinen. Halten. Trösten. Kraft spenden. Das Leben lebenswert machen... Zusammenwachsen. Unzertrennlich sein. Ein Du-und-Ich haben wollen. Drei davon bekommen. Und eine neue Liebe entdecken. Bedingungslos. Unendlich. Magisch. Liebe eben... ... … 

 

 

16.07.13 
So, jetzt is es soweit. Mama is urlaubsreif... Nina und Hanna vertauscht... Nina schläft in letzter Zeit sehr unruhig. Und ich dacht mir heut "Hey, läuft ja super. Aber was is mit Hanna bloß los."… 

 

 

15.07.13 
Wie einsam man mit drei Kindern sein kann... Mir fehlt mein Mann so sehr. Nach einer Woche Frühschicht und den Wochenenden drumrum hat er nun Spätschicht... Es is so leer hier ohne ihn... Ich hätte mir nie träumen lassen, so lieben zu können und geliebt zu werden... 

 

 

15.07.13 
Papa: "'Dusch das' is was für Weicheier." 
Mama: "Aha soso... und was steht da in der Dusche?" 
Papa: "Duschsäure!" 

 

 

14.07.13 
Allet muss man denen zeigen. Die können sich ja nich mal selbst n Arsch abwischen. Ditt jeht so nich. Die sind ja wie die Babys... 

 

 

12.07.13 
Ganz neugierig untersucht Nina Mamas Daumen. Pflaster drum.(Manchmal kann ich sie laut denken hören9 Hochinteressant: "Was hast'n da gemacht? Tut dolle weh, was?". Nicki kommt angerobbt: "Was hat se denn jetzt schonwieder?". Nina dreht sich zu ihr und verdreht die Augen: "Hat sich doof angestellt, sagt Papa." 

 

 

10.07.2013 
Heute krabbeln sie durchs Haus und es tönt ständig "Mam... mama... mamamam..." und bei Nicki eindeutig "Papa"... MEGAMEGAMEGAGRINS 

 

 

09.07.13 
Seit Langem mal wieder ausgiebig spazieren gewesen mit’m Kinderwagen. Mein Klassenlehrer von der 1. Klasse ist mir begegnet und war total begeistert von den Dreien. Er hatte zufällig einen Strauß Blumen dabei und hat ihn mir spontan geschenkt. "Dann geh ich eben nochmal zurück und hole nen neuen Strauß" hat er gesagt... Wow. Voll lieb!!! 

 

 

07.07.13 
Mami is grade ausm Bett gefallen. Ausschlafen. Ach is ditt schön. Nu rennt se völlig verpeilt durch die Gegend. Sie schiebt Papi die Reste von gestern in die Mikrowelle. Papi: "Ey, wenn de ditt schon nich an machst, dann schieb ditt Jerät wenigstns inne Sonne, damit ditt von alleene warm wird!"... Ick geh wieda ins Bette. 

 

 

4.7.13 
Kraftlos... Müde... 
Seit rund 10 Monaten Tag und Nacht Bereitschaft. Momentan wird Nicki ca. 15 Mal pro Nacht wach und sucht lautstark nach ihrem Tutti. Wenn sie ihn dann hat, schläft sie aber auch schnell wieder ein. Aber keinen erholsamen Schlaf zu haben, zehrt so an meinen Kräften. Vormittags Breie für die Kids machen. Wenn es gut läuft, schaffe ich auch das Kochen für uns. Mittagsschlaf nur auf Raten und meist nur, wenn ich dabei hocke. Bis abends dann Wohnzimmer und Esszimmer erkunden. Also immer auf der Hut sein. Kaum Zeit, die Küche aufzuräumen oder auch nur, um aufs Klo zu gehen. Nach dem Abendbrei dann der Kampf beim ins Bett bringen. Gestern über zwei Stunden bei Nicki. Die Zwerge hatten eine ähnliche Phase. Nur Gebrüll. Mittlerweile hat sich das gelegt... "Das ist nur ne Phase." sagen sie alle. Aber bis ich merke, dass es nur ne Phase ist, stecke ich mittendrin, bin davon fix und fertig und glaube nicht mehr, dass die Phase auch ein Ende hat... 

 

 

20.6.13 
Ich bin fix und fertig. Sitze hier und heule. Sie haben so geschrien beim ins Bett bringen. Alle. Mit Luft wegbleiben und allem Drum und Dran. Ne Stunde lang. Und dann noch zu wissen, dass es morgen genauso weitergeht, weil es schon die letzten drei Tage so war, macht mich krank. Ich sitze nur noch im Krabbelzimmer. Zum Glück schwitze ich so viel, dass ich selten aufs Klo muss. Denn sobald ich aufstehe, schreien sie los. Auch wenn sie vorher gelacht haben. Morgens koch ich im Eiltempo alle Breie und das war’s. Duschen kann ich abends nur mit Babysitting durch meine Mutter. Ich bin so kaputt… Manchmal scheint die Last, die auf meinen Schultern liegt, tonnenschwer... 

 

 

19.06.13 
Komm her Sandmann! Ich krieg dich schon, du Sau und dann geh ich dir an den Sack - hey, cool bleiben! Schlafsand. Nuuur Schlafsand... 30 Schäfchen springen über den Zaun... 40 Schäfchen springen über den Zaun... 50 Schäfchen - hey hey hey, cool bleiben. Geht halt schneller in Zehner-Schritten... Mmh. Warme Milch - zu faul... *Mit den Füßchen tapp tapp tapp. Mit den Händchen klapp klapp klapp - einmal hin, einmal her...* - Scheiß Ohrwurm... Imma noch wach... 60 blöde blökende Böcke springen über den Zaun... Mmh. Bringen wir da mal Action rein... Der Schäferhund springt über den Zaun. Shaun, das Schaf springt über den Zaun. Benjamin Blümchen springt (elfengleich) über den Zaun. Meister Propper springt über den Zaun (mit ner sauberen Landung). Die Gummibärenbande springt über den Zaun (doing doing doing). Die Queen springt über den Zaun (und sie is natürlich not amused). Pikachu springt über den Zaun. Das Sandmännchen springt - Nee, Freundchen, das kannste knicken. Herkommen. Sack her. Sack auf. Ordentliche Ladung genommen. So, spring wohin du willst... Gääähn... Gute Nacht... 

 

 

14.06.13 
Punkt 18:00 Uhr wird im Esszimmer der Brei kredenzt. Wenn nicht grad der Geschirrspüler noch den Pürierstab gefangen hält. Ein paar Minuten sind noch. Mama denkt sich: 'Mmh, die Zeit kann ich sinnvoll verbringen...' und sagt: "Ick geh noch fix uff Klo und bring dann den Brei mit."... Den Sachverhalt vorweg zu erklären, macht's auch nicht weniger pfui, oder? 

 

 

13.6.13 
Es gibt Momente, in denen ich mich an jede Kleinigkeit erinnere. Da muss ich nur die Augen schließen und sitze wieder zwischen den Inkubatoren. Im Halbdunkel. Abends so gegen 22:00 Uhr oder auch gegen Mitternacht, ich weiß es nicht mehr. Ich war allein im Raum mit fünf Inkubatoren bzw. Wärmebetten. Drei davon mit meinen winzigen Mäusen. Nichts dramatisches, nur eben aufholen, was sie als Frühchen noch nicht können. Selbst atmen, essen, die Körpertemperatur regulieren und einen stabilen Kreislauf haben... Ich sitze also auf einem Liegestuhl. Mit Kittel und darunter, direkt auf meiner Haut, Nina. Darüber noch ein paar Tücher um sie warm zu halten. Die Schwestern haben die drei Kabel die zu Ninas Oberkörper führen, geschickt an Hannas Wärmebettchen vorbeigeschlängelt. Hanna liegt rechts neben mir im Wärmebettchen auf dem Bauch und schlummert schon. Links liegt Nicki in ihrem Bett und träumt vor sich hin. Mit einer Hand halte ich das kleine schlafende Würmchen fest, mit der anderen das Handy (natürlich im Flugzeugmodus). Es dudelt wie jeden Abend die Titelmelodie von Aschenbrödel zum Einschlafen. Als wenn die Kinder nicht auch so schlafen würden. Aber ich versuche einfach, meine bunte, fröhliche Welt in ihre sterile, abstruse Welt zu bringen. Ich lese ihnen Kurzgeschichten vor. Meistens die vom Monsterschreck. Die Schwestern sagen, ich soll viel mit ihnen reden. Sie sagten "Bringen Sie sich Bücher mit". Ich sagte "Ich hab eine blühende Fantasie, mir fällt immer was ein"... Nichts fiel mir ein. Ich war stumm wir ein Stein. Ich habe drei oder vier Mal am Tag meine Kinder mitversorgt, also den Schwestern geholfen. Und ich hab so gut wie nie mit ihnen gesprochen. Die anderen Mamas machten "Ei ei ei" und "mein Schatzispatzi" und "feines Bäuerchen". Ich konnte es nicht. Ich konnte nicht aus meiner Haut. Nur funktionieren. Nett sein. Schnell sein. Auch wenn das keiner verlangt hat - ich habe es mir abverlangt. Alles richtig machen. So kleine Mäuse. Sooo klein. Alles sooo klein. Kabel und anfangs auch Schläuche. Desinfizieren. Mundschutz. Der Druck, möglichst viel Muttermilch abzupumpen, denn das ist ja das Nonplusultra. Aber im Stress geht da nix. Zwischendurch immer wieder vom zweiten in den elften Stock fahren. Die langen Flure entlang. Im Zimmer angekommen wieder allein. Viel geheult und geschluchzt. Entlassen und doch nicht zu Hause... Immer sagen alle "Mütter lieben ihre Kinder sofort". Ich musste das lernen. Und es ist mir erst hier zu Hause gelungen. Erst hier habe ich mit meinen Mädchen geredet und angefangen, mit ihnen zu albern. Ohne Text und Melodie. Erst hier konnte ich sie so lange halten, wie ich wollte und hatte auch die Ruhe dazu... Erst hier zu Hause bin ich wirklich Mama geworden... 

 

 

13.6.13 
Es gibt Momente, in denen ich mich an jede Kleinigkeit erinnere. Da muss ich nur die Augen schließen und sitze wieder zwischen den Inkubatoren. Im Halbdunkel. Abends so gegen 22:00 Uhr oder auch gegen Mitternacht, ich weiß es nicht mehr. Ich war allein im Raum mit fünf Inkubatoren bzw. Wärmebetten. Drei davon mit meinen winzigen Mäusen. Nichts dramatisches, nur eben aufholen, was sie als Frühchen noch nicht können. Selbst atmen, essen, die Körpertemperatur regulieren und einen stabilen Kreislauf haben... Ich sitze also auf einem Liegestuhl. Mit Kittel und darunter, direkt auf meiner Haut, Nina. Darüber noch ein paar Tücher um sie warm zu halten. Die Schwestern haben die drei Kabel die zu Ninas Oberkörper führen, geschickt an Hannas Wärmebettchen vorbeigeschlängelt. Hanna liegt rechts neben mir im Wärmebettchen auf dem Bauch und schlummert schon. Links liegt Nicki in ihrem Bett und träumt vor sich hin. Mit einer Hand halte ich das kleine schlafende Würmchen fest, mit der anderen das Handy (natürlich im Flugzeugmodus). Es dudelt wie jeden Abend die Titelmelodie von Aschenbrödel zum Einschlafen. Als wenn die Kinder nicht auch so schlafen würden. Aber ich versuche einfach, meine bunte, fröhliche Welt in ihre sterile, abstruse Welt zu bringen. Ich lese ihnen Kurzgeschichten vor. Meistens die vom Monsterschreck. Die Schwestern sagen, ich soll viel mit ihnen reden. Sie sagten "Bringen Sie sich Bücher mit". Ich sagte "Ich hab eine blühende Fantasie, mir fällt immer was ein"... Nichts fiel mir ein. Ich war stumm wir ein Stein. Ich habe drei oder vier Mal am Tag meine Kinder mitversorgt, also den Schwestern geholfen. Und ich hab so gut wie nie mit ihnen gesprochen. Die anderen Mamas machten "Ei ei ei" und "mein Schatzispatzi" und "feines Bäuerchen". Ich konnte es nicht. Ich konnte nicht aus meiner Haut. Nur funktionieren. Nett sein. Schnell sein. Auch wenn das keiner verlangt hat - ich habe es mir abverlangt. Alles richtig machen. So kleine Mäuse. Sooo klein. Alles sooo klein. Kabel und anfangs auch Schläuche. Desinfizieren. Mundschutz. Der Druck, möglichst viel Muttermilch abzupumpen, denn das ist ja das Nonplusultra. Aber im Stress geht da nix. Zwischendurch immer wieder vom zweiten in den elften Stock fahren. Die langen Flure entlang. Im Zimmer angekommen wieder allein. Viel geheult und geschluchzt. Entlassen und doch nicht zu Hause... Immer sagen alle "Mütter lieben ihre Kinder sofort". Ich musste das lernen. Und es ist mir erst hier zu Hause gelungen. Erst hier habe ich mit meinen Mädchen geredet und angefangen, mit ihnen zu albern. Ohne Text und Melodie. Erst hier konnte ich sie so lange halten, wie ich wollte und hatte auch die Ruhe dazu... Erst hier zu Hause bin ich wirklich Mama geworden... 

 

 

06.06.13 
Boaaa. Kann nich schlafen... Heut zu viel Kinderlieder gehört und tausend Ohrwürmer... Ich bin die Frau Hummel... Hey Pippi Langstrumpf... Schneeewittchen... Hurra, hurra, der Kobold mit dem roten Haar... Gummmmibärn, hüpfen überall... Ein Vogel wollte Hochzeit machen... Jetzt fahrn wir übern See übern See... Und mittendrin: Wir sind Seeed und das is unser Gebiet. Singende Caballeros aufm bombigen Beat... 

 

 

06.06.13 
Boaaa. Kann nich schlafen... Heut zu viel Kinderlieder gehört und tausend Ohrwürmer... Ich bin die Frau Hummel... Hey Pippi Langstrumpf... Schneeewittchen... Hurra, hurra, der Kobold mit dem roten Haar... Gummmmibärn, hüpfen überall... Ein Vogel wollte Hochzeit machen... Jetzt fahrn wir übern See übern See... Und mittendrin: Wir sind Seeed und das is unser Gebiet. Singende Caballeros aufm bombigen Beat... 

 

 

30.5.13 
Es quengelt. Immer mehr. Dann heult es. Immer mehr. Es schreit. Immer mehr. Dann Stille. Ein zwei Mal schluchzen. Ein leises Klappern. Ruhe... So hört sich das an... Und so sieht es aus: Mama und Papa aufm Sofa. Babyphone aufm Tisch. Es quengelt. Das Babyphone blinkt kurz auf. Immer mehr. Es schlägt ordentlich aus. Mama hat schon die Schuhe an. Rauf zur Maus. Es heult. Mama ist schon an der Tür. Immer mehr. Mama betritt das Kinderschlafzimmer. Nina ist es. Sie schreit. Papa betritt den Raum. Sie schreit immer mehr. Mama: "Geh du - Papakind!". Papa geht hin. Nimmt sie hoch. Dann Stille. Papa nimmt sie mit nach nebenan, um sie zu beruhigen. Ein zwei Mal Schluchzen... Und nun versuch ich, euch das Klappern zu erläutern... Papa sitzt auf unserem Bett. Klein Nina im Schlafsack hockt auf seinem Schoß. Recht verwirrt. Die drei Haare stehen zum Iro. Um die Augen glitzern die Tränchen. Papa drückt ihr den Tutti in die Schnute. Zu Mama sagt er: "Gib mal den Hasi". Mama gibt. Papa gibt ihn ihr. Zwei kleine Ärmchen recken sich nach ihm. Lotsen ihn gleich zum Gesichtchen. Zwei müde Händchen tasten nach den Ohren. Gefunden. Das Köpfchen senkt sich zum Hasi. Ein Händchen hält ganz fest den Hasenkopf. Das andere ein Hasenohr. Nase und Ohr treffen sich. Nina schließt die Augen. Nuckelt tranceartig. Streichelt sich mit dem Hasenohr ganz sanft immer wieder übers eigene Näschen. Inzwischen sitzt sie nicht mehr auf Papas Schoß, sondern liegt in seinem Arm. Sie schläft ein. Ganz schnell. Ganz tief. Hasi sinkt. Und weil Hasi ein Rasseltierchen ist, klappert‘s zum Abschied... Ich habe drei atemberaubende Kinder, deren Augenaufschlag und Lächeln mir jedes Mal das Herz aufgehen lassen. Ich habe einen Mann, den ich mehr liebe, als ich in Worte fassen kann. Aber nichts nichts nichts fand ich jemals so süß wie diese Hasi-Trance von Nina... Da fällt mir unser Hochzeitslied ein: U2 - the sweetest thing... 

 

 

30.5.13 
Neuneinhalb Monate sind unsere Mädels schon alt. Jeden Tag können sie mehr und mehr. Herrlich. Vor zwei Tagen haben Nina und Hanna angefangen zu robben. Nicki kann bereits krabbeln und zieht sich überall hoch und stützt sich auf. Das kann auch schon mal ein Schwesterchen sein, auf das sie sich da aufstützt, nur wegen dem sieben Zentimeter Gewinn an Höhe. Die Physiotherapeutin der Kinder sagte, das soll uns keine Sorgen machen. In Mamas Bauch haben sie sich schließlich auch geboxt und getreten. Und sie hat uns erklärt, dass sich die Mädels völlig normal entwickeln. Mit 9 Monaten hat das Töchterchen eines befreundeten Paares bereits gekrabbelt, gesessen und die ersten Schritte gemacht. Und als unsere 9 Monate alt waren, waren sie nicht mal ansatzweise so weit. Bei Frühchen muss man da aber nach dem sogenannten korrigierten Geburtsdatum gehen. Denn sie kamen 8 Wochen zu früh. Wenn man das berücksichtigt, muss die Entwicklung siebeneinhalb Monate alten Babies entsprechen. Und das tut sie. Also aufatmen... 

 

 

28.5.13 
Mama: "Ditt regnet" 
Papa: "Ick hab extra ditt Auto draußen stehen lassen, dass die Karre ma sauba wird." 
3 Sekunden später... 
Papa: "Ey Alta, is ditt Hagel oda watt?" 
Mama: "Ja! Ditt hämmert den Dreck vom janzn letzn Jahr aus‘m Auto." 

 

 

27.05.13 
Papa macht Hanna für die Nacht zurecht. Hanna die ganze Zeit "p... p... p...". Nur gaaanz sachte. Papa also: "Hanna: Paaapaaa... Papa... Paaapaaa... Pappppaaa..."... Dann Übergabe an Mama für die Raubtierfütterung. Hanna auf Mamas Arm. Mama: "So Hanna, jetzt ich: Weeeltheeerrschaaaaft...". Mmh. Kam nix. Schwache Leistung für den künftigen Lord Obermotz... Naja, verschieben wir die Japanisch-Stunden noch um eine Woche... 

 

 

19.05.2013 
Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Die Kids haben uns bis 8:00 Uhr schlafen lassen. Dann haben wir sie zum Kuscheln zu uns geholt. Um 9:00 Uhr gab‘s Frühstück für die Kids und danach für uns. Und um kurz vor elf sind wir losspaziert. Einmal durch die ganze Stadt bei strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30 Grad. Waren nur 18. Glaub ich nicht, aber gut. Dann haben die Mäuse tapfer ihren Kürbispamps gegessen und Mittagsschlaf gemacht. Danach haben wir mit ihnen gespielt und geäfft und gelacht und geknuddelt. Und zack war es Zeit fürs Abendfläschen und das Bett. Nun liegen sie brav in ihren Betten, Papa inna Wanne und Mama schmunzelt und hofft, dass es morgen genauso schön wird... 

 

 

17.5.13 
Ach how schön is doch my life, 
Beeing Mama and good wife. 
I'm sitting in a Gartenstuhl 
And chille - yes, it's beautiful. 
My Franzi ackert in the Flur 
This is really a Tortur. 
He bohrt and schraubt so very laut 
The whole Haus looks ganz eingesaut. 
Hanna is it scheißegal 
Nina sleeps erstmal. 
Nicki nuckelt on her Tutti 
And glotzt prüfend to her Mutti. 
The Vögel singen "Tralala" 
The beetles krabbeln hier und da. 
A Lüftchen weht on my Gesicht 
And that's the end of the Geschicht. 

 

 

15.05.13 
Mmh lecker Apfel-Erdbeer-Brei zum Abendessen. Und danach eine Runde Kuscheln bei Papa. Der liegt, erschöpft vom Renovieren, im Krabbelzimmer und nimmt die kostbare Fracht entgegen. Er legt sich das frisch abgefüllte Töchterchen auf den Bauch. Es wird geäfft. Das Äffchen wird in die Luft gehoben. In der Luft geschwungen. In der Luft gedreht. Zum Küsschen wieder runtergelassen und --- "BAWUUUSCH" --- der "Mmh-lecker-Apfel-Erdbeer-Brei" wird zum Augenschmaus. Schön elegant aufs Brillenglas und auch daran vorbei direkt ins Auge gekotzt... So und was lernt der Papa daraus? Nüschte. Er macht sich sauber, sarkastelt vor sich hin und nimmt sich das Gör dann wieder zur Brust "Jetzt biste leer gekotzt. Jetzt kann's weitergehn."... Na mal sehen, wie's läuft... 

 

 

18.04.13 
Organisiertes Chaos - was unsere Mädels eigentlich den ganzen Tag treiben... 
5:30 Uhr langsam wach werden, nach Mama, Papa oder nem anderen Sklaven quengeln 
6:00 Uhr Mama gibt auf, geht ins Kinderschlafzimmer, stopft drei Tuttis in die dafür vorgesehenen Öffnungen, macht die Spieluhr an und trottet zurück ins Bett 
6:30 Uhr Wiederholung 
7:00 Uhr Mama ergibt sich! Eine nach der anderen wird runter getragen und im Krabbelzimmer platziert und schläft da dreister Weise wieder ein 
bis 8:00 Uhr macht Mama das Essen für den Tag fertig. 1,7 Kilo Brei und knapp ein Liter Milch 
8:00 Uhr die Damen werden ausgezogen, eingecremt, gewickelt, angezogen und gefüttert 
8:30 Uhr drei Franzelchen pennen, Mama frühstückt und putzt  
9:00 Uhr sie spielen friedlich vor sich hin, klauen hin und wieder Spielzeug vom anderen oder tasten Augäpfel ab 
9:30 Uhr die nächste Wickelrunde 
9:45 Uhr eine nach der anderen wird zur Zwischenmahlzeit ins Esszimmer entführt 
10:00 Uhr Spielstunde oder Mama schiebt die wilde Horde durch die City (Papa steht auf und frühstückt) 
11:30: Uhr Rückkehr, wickeln und noch n bissl chillen 
12:00 Uhr Mittagessen (erst mit "Bäh-Schnute" und dann mit gierig aufgerissenem Schnabel nach dem Motto "egal - gibt her!") und dann ein ausgedehntes Nickerchen 
13:00 Uhr Mama verabschiedet den Papa und geht kochen 
14:00 Uhr drei Zwerge werden wach und rollen und robben zum nächsten Spielzeug 
14:30 Uhr schonwiiieder wickeln 
14:45 Uhr Nachmittagsbrei - Obst, also nur gieriger Schnabel 
bis 17:30 Uhr spielen, jauchzen, kreischen, quieken, pennen, klauen, brabbeln und lachen sie vor sich hin 
17:30 Uhr na was schon - wickeln 
17:45 Uhr Abendbrei - nur n bissl Obst, größtenteils Tapetenkleister-Getreide-Pamps, also wieder erst "Bäh - hau ab damit"-Schnute und dann "mach hinne, ich hab noch was vor"-Löwenmaul 
18:00 Uhr letzte Spielstunde 
19:00 Uhr die Zahnfee trifft ein und knöpft sich die Ladies vor (Für die zahnlose Nicki hat sie inzwischen eine kleine Zahnbürste zum Spielen mitgebracht. Die wird mit etwas Zahnpasta versehen und dann genüsslich benuckelt und zerkaut.)  
19:15 Uhr Sandmännchen kommt (fünf Handpuppen abwechselnd auf zwei Händen vor drei gespannten Gesichtern und sechs gierigen Ärmchen) 
19:30 Uhr Zwerge ausziehen, eincremen, wickeln, anziehen 
19:45 Uhr eine nach der anderen füttern, ins Bettchen bringen, Tutti in die Schnute schieben, Gute-Nacht-Bla-Bla und dann die Spieluhr an 
20:45 Uhr die Erdanziehung rund ums Bett erreicht den Höchststand - Mama ergibt sich 
ca. 22:00 Uhr bis 3:00 Uhr ab und zu ein Quieken und Brabbeln - Mama soll ja nicht denken, sie hätte jetzt Feierabend 

 

 

13.04.13 
1,7 Kilo Äpfel gekocht und Apfelmus gemacht. Ergab 2 kleine Schüsseln halbvoll. Der Chef betritt die Küche, sieht das und ruft entsetzt “Junge, Junge. Den Appelboom müsste man verklagn, ey!“... Ich ruf gleich Montag mal beim Rechtsanwalt für Familien- und Obstrecht an. So ein frecher Baum aber auch... 

 

 

18.04.2013 
Sooo. SPZ fertig. Sie waren ungelogen beeindruckt. Die Kids sind in der Entwicklung sogar einen Monat weiter. Geil. Und das, obwohl sie acht Wochen zu früh kamen. Wir sind stolz wie Bolle... Auf dem Rückweg wurde Hanna n bissl unruhig. System of a Down angemacht, zack, hat die Maus geschlafen... Kleene Metal-Mäuse... 

 

 

08.04.13 
SPZ im Virchow zur Früchennachsorge... Im Wartezimmer... Schwerbehinderte Kinder im Rollstuhl. Ich bin unglaublich dankbar für unsere kerngesunden Kinder... 

 

 

27.03.13 
Zwei Stunden in unserer kleinen Welt... 
Recht pünktlich um sieben Uhr am Abend betritt die Zahnfee die Räuberhöhle. Leider viel zu selten in Begleitung von Papi. Aber der muss gegen böse Drachen kämpfen und Schurken das Handwerk legen. Na was ein König ebenso alles zu tun hat. Und auch die Zahnfee muss an die Arbeit. Bewaffnet mit zwei Zahnbürsten und einer Tube Milchzahnzahnpastadingsbumszeugs geht sie zu den kleinen Zwergen. Sie setzt sich zu ihnen, schnappt sich Klein-Hanna und legt los. Nur zaghaft öffnet sich die kleine Schnute, aber wenn die Zahnfee fertig ist und Hanna die Bürste selbst halten darf, geht die Gusche nicht mehr zu. Dann wird ganz genau geprüft, ob so ein komisches Dings nicht auch in die Nase geht oder in die Ohren. Vielleicht kann man es ja auch noch tiefer in den Mund stecken. “kgkgkgggrr“ Nein! Kann man nicht. Hanna wird die Schnute abgeputzt, sie darf wieder zu ihrem Spielzeug und Nina kommt zur Zahnfee. Dasselbe in grün. Wieder mühsam putzen und dann leidenschaftliches Experimentieren. Nikola guckt inzwischen ganz interessiert. Aber zu ihr kommt die Zahnfee nie! Gemein! Bloß weil sie keine Zähnchen hat. Diese doofe Zahntussi. Alles Korinthenkacker... Irgendwann is Mama fertig, stellt den Putzekram beiseite und verwandelt sich in eine Puppenspielerin. Sie kramt eine kleine Kiste hervor, holt eine Spieluhr raus und leiert los. “Sandmann, lieber Sandmann...“. Die Mädels horchen auf, glotzen Mama an und recken die Ärmchen in die Höhe. “Jetzt zieht Mama gleich wieder das alberne Ding mit den Puppen ab. Also wirklich! Das is doch was für Babys. Darauf fall ich nicht... OOOOOHHHH PITTIPLATSCH!!!! HABEN WOLLEN!!! HER DAMIT!!!“ Sechs Ärmchen grabbeln am Pittiplatsch, Schnatterinchen, Moppi, Herrn Fuchs und Frau Elster rum. Jede will die erste sein. Keine will sie wieder hergeben. Aber Sandmännchens Freunde wollen auch ins Bettchen. Also schwupp - weg sind se. Wieder die Spieluhr hervorgeholt “Kinder, liebe Kinder...“... Nun geht’s in die heiße Phase. Hoch ins Kinderschlafzimmer. Fenster auf. Schlafsäcke zurecht rücken. Wieder runter. Pullen aus der Küche holen, eine nach der anderen in den Flaschenwärmer und wieder ab zu den Mädels. Alle Mäuse wickeln, eincremen, umziehen und wieder ins Krabbelzimmer legen. Nun das Licht gedämmt, warme Flaschen geholt und los geht’s. Die lauteste zuerst. Also wer? Richtig. Nikola. Schön zu Mama gekuschelt, Flasche leernuckeln, dabei immer wieder einschlafen. Dann ein kleines Bäuerchen (Die kommen alle nach Papa. Das röhrt wie beim Elch.) Dann lässt sich Madame von Mama ins Bettchen tragen. Nina und Hanna sind inzwischen eingepennt. Also weckt Mama schlafende Kinder. Pervers. Pulle ran, Pulle leer, zartes Bäuerchen (siehe oben), hochtragen, Küsschen, “Mama hat dich lieb! Schlaf schön mein Liebling!“ und die Einschlafmelodie begleitet unsere drei kleinen Engelchen ins Traumland... Und nu hat Mama eeendlich Feierabend, fällt fix und fertig (mit den Kindern um neun Uhr) ins Bett... 

 

 

26.03.2013 
Vorhin hat Papa auf seiner Tour kurz angehalten um seinem großen Töchterchen "Gute Nacht" zu sagen. Mama hat sie dick eingepackt und is zu Papi raus mit ihr. War ganz verdutzt, was da so blinkt am großen LKW und wer das orangene Männchen is, dass da auf sie zukommt. Und dann hat Papi sie angesprochen und schon wurde über beide Ohren gegrinst... Ach, issa nich süß, der PapaPapaPapa... 

 

 

07.03.13 
In der Küche meckert das Rumpelstilzchen rum. Es steht vor dem offenen Geschirrspüler, schüttelt den Kopf, deutet hinein und sagt “Ey, watt is‘n ditt hier?“. Dann ahmt es täuschend echt Würge- und Kotzgeräusche nach, zieht die Augenbrauen fragend nach oben und guckt seine Herrin verdutzt und nach einer Antwort suchend an. Die Herrin betritt die Bühne. Sie überlegt kurz. Da wird ihr klar: das Rumpelstilzchen assoziiert das Wort “Geschirrspüler“ mit sauber. Sie setzt ihren “Watt willst du denn?“-Blick auf, woraufhin das Rumpelstilzchen wiederholt: “Watt is‘n ditt?“. Die Herrin antwortet: “Das da is Karotten-Kartoffel-Brokkoli-Brei und das da is Erdbeer-Himbeer-Apfel-Brei.“. Rumpelstilzchen fragt weiter: “Ey, weeßte wie ditt aussieht?“. Antwort der Herrin: “Gesund!“... 

 

 

03.03.2013 
Wenn ich n Handy wäre, würde ich piepen ohne Ende. Mein Akku is total runter. Ich steh voll neben mir. Gestern länger (22:00 Uhr) aufgeblieben. Samstag mal Zeit zu zweit genossen. Nachts Koliken an unerwarteter Stelle - bei Paul. Also beide runter, damit die Kids ruhig schlafen können und ich mich um Paul kümmern kann. Um vier wieder ins Bett. Paul blieb auf der Couch. Um sechs Kids wach. Sonst recht verlässlich von 20:00 Uhr bis 7:00 - 7:30 Uhr. Also wieder aufstehen. Paul ab ins Bett. Franzi versorgt die Kids. Irgendwann steht fest, Paul muss in die Rettungsstelle. Also fix die Oma geholt, Instruktionen gegeben und los. Dort dreieinhalb Stunden gesessen, gewartet und versucht, nicht einzuschlafen. Ein Gallenstein auf Wanderschaft. Das kranke Hähnchen wieder mit nach Hause genommen. Er aufs Sofa. Franzi Kids versorgen. Und nun endlich bald ins Bett... Seit Tagen schon bin ich total angespannt und fühl mich vor allem geistig fix und fertig. Hoffentlich is mein Scheißer bald wieder fit... Schlimm, aber wenn‘s ihm nicht gut geht, zieht mich das mit runter. Ich brauche ihn zum Anlehnen. Als Fels in der Brandung... Merkwürdig. Drei Kinder versorgen geht, aber wenn Paul ausfällt, haut‘s mich aus den Latschen... Das wird dann wohl Liebe sein, mmh... 

 

 

28.02.2013 
Es is so süß, wenn sich Hanna und Nina “unterhalten“. Sie quietschen und jauchzen abwechselnd. So richtig mit “ausreden“ lassen und “antworten“. Das funktioniert nicht nur wenn sie nebeneinander liegen, sondern auch wenn vier Räume dazwischen liegen - Hanna bei Papa im Bett zum wecken und Nina unten im Krabbelzimmer. Oben brabbelt‘s, unten brabbelt‘s, herrlich. Blöd nur, dass sie das auch beim Essen machen und keine Rücksicht darauf nehmen, ob der Mund grad voll Brei is oder die volle Pulle im Hals steckt... Nikola is da übrigens unbeteiligt und glotzt die beiden nur an. Allerdings kann sie beide mit Quietschen zum Lachen bringen... Mit Drillingen hat man mehr Stress, aber auch sooo besondere Momente. Ach, ich liebe die kleinen Nervensägen... 

 

 

04.02.13 
Hanna hockt bei Mama auf'm Arm, glotzt sie an, grinst, lacht laut und rülpst, dass sich die Balken biegen mitten in Mamas Gesicht...  
Auf dem Sessel neben Mama hört man ein “Haaa“. Dann ein Keuchen und Erstickungslaute. Ein sonst recht träges altes graues Männlein läuft hochrot an, klopft sich auf die Schenkel und hält sich den Bauch. Nach einiger Zeit beruhigt er sich, nähert sich, klopft Hanna anerkennend auf die Schulter und sagt “MEINE Tochter!!!“... 

 

 

03.02.12 
Fünfeinhalb Monate sind sie nun alt. Und wir könnten nicht glücklicher sein. Mit dem Wissen von heute hätten wir uns damals nicht EIN Kind, sondern Drillinge gewünscht... Wenn wir sie morgens wecken, strahlen sie uns an und quietschen vor Freude. Und sogar jetzt beim Zahnen, schlafen sie ihre elf Stunden durch. Jeder, der uns besucht, staunt, wie lieb sie sind. Und das geile is, dass das kein Vorführeffekt is. Sie beschäftigen sich super mit ihrem Spielzeug, nuckeln am Daumen, Stofftier, Ärmel oder was sonst so zu haben is oder glotzen einfach mal ganz relaxt in die Runde, was die Schwestern so machen. Beim Vorlesen hören sie brav zu und grinsen, wenn Mama die Stimme verändert. Wenn wir zwei Schnecken gegenüber setzen, grinsen und lachen sie sich an. Sie nehmen ihren Brei super an (aber Kürbis und Brokkoli schmeckt wie Pups) und vertragen die Impfungen problemlos... Dafür, dass wir drei Hosenscheißer haben, deren Papa voll arbeiten geht, sind wir super entspannt. Klar, das kann und wird sich alles noch ändern, aber dank der Unterstützung durch die Großeltern, den Onkel Tommi, die Hebamme und die Physiotherapeutin, die FB-Drillingsgruppe, viele viele Firmen, die Erfindung des Online-Handels und all die Hilfeangebote von Freunden und Familie, auf die wir sicher noch zurückgreifen werden, packen wir das... Wie heißt es so schön in der Werbung: Die schwerste Aufgabe des Lebens, is auch die schönste!... 

 

 

01.02.2013 
Wie geil! Zwei Zähnchen bei Nina und Hanna is auch fast soweit. Nacht super überstanden. Toi toi toi. Und auch so hätten wir‘s und schlimmer vorgestellt. Naja, und hier und da ne Trommelfellmassage is ja auch sehr erfrischend. Nur drei auf einmal is, na sagen wir mal ungemütlich... Es stehen uns also turbulente Wochen bevor. Ach is das schön. Uns war schon totaaal langweilig. 

 

 

30.01.13 
Schon geil, wenn zwei Glatzköppe, ihres Zeichens Möbelmonteure, breit wie ne Tür und total zugehackt vor den drei rosa Mädels stehen und sagen “Och is ditt süüüß, wa?“ 

 

 

05.01.13 
Mama und Hanna sitzen auf der Couch und albern rum. Auf einmal stutzt sie und runzelt die Stirn. Da steigt Mama ein aufregender “Duft“ in die Nase. “Ja, drück schön, Hanna. Fein!“. Hey, nach zwei Tagen ohne Kringel feuert man schon mal an. Aber nein! Da wird Mama mit Erschrecken klar, woher das kommt. Ein prüfender Blick in die andere Ecke des Raumes und jetzt stutzt und runzelt Mama und ihre Stirn. Schnell Hanna geschnappt und ins Laufgitter zu Nina gelegt. Beide schauen die Mama mit entsetzten Augen an: “Na aber Hallo! Bei dir piept‘s wohl! Nimm uns mit! Oder die Dicke da drüben, aber flott!“ Denn im Nachbarlaufgitter wartet das nackte Grauen und grinst Mama über beide Ohren an und quietscht und strampelt vor Freude. Da liegt der Braten nun: Body hochgeschoben mit nacktem Hintern in der eigenen Scheiße. (Memo an Mama: Wunder Po wird künftig nur naaach dem Kackern gelüftet!) Mama atmet tief durch und bereut es sofort. Der Gestank verdoppelt sich mit jedem Zentimeter den man näher kommt. Hey, von wegen “Bei deinen eigenen Kindern riechst du das gar nicht.“. Und selbst wenn, vom Anblick kriegt man auch nicht grad Lust auf mehr. Vom Knie bis zur Zehenspitze alles... na das brauch ich nicht erklären. Wie packt Mama die Sache am besten an? Sie stellt zunächst fest, dass der Spielbogen entfernt werden muss, denn für den Eingriff braucht Mama Platz. Und bei der Gelegenheit kann sie auch gleich das Dingelchen vom Spielbogen abmachen, das das kleine Scheißerchen mit den Füßen (wir erinnern uns: Moorpackung) erreichen konnte. Nun gilt es, das Kind zu säubern. Aber wo fasst Mama an? Feuchttücher geschnappt, um Mamas Hand gelegt und das Beinchen damit geschnappt. Gar nicht so leicht, denn Nicki zappelt immer noch vor Freude. Irgendwie also die Beinchen gegriffen, das Zentrum des Grauens gereinigt, die Beinchen gleich mit und aufatmen. (Geht - keine Lebensgefahr mehr!) Die konterminierte Unterlage gleich mit in den Eimer. Igittpfuibäh!!! Eimer schließen. Eimer schnappen. Eimer raus. Ab in den Garten. An den drei Eichen vorbei, am Hexenhaus scharf links und dreizehn Schritte geradeaus. Schnell gucken, ob einer guckt. Nein! Also weiter. Drei Mal im Kreis, zwei Mal auf der Stelle hüpfen, einmal Zwinkern und schon erscheint er: Franzis geheimer Raketenstützpunkt. Fix festgetackert, 3 - 2 - 1 - “Hier Mann im Mond, is jetz deins!“... Problem erledigt.  
Weiß gar nicht was die alle haben - Mama sein is voll easy... 

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