Highlights

Nennt es Kostprobe oder Highlights - hier seht ihr ausgewählte Beiträge, die ich besonders hervorheben möchte:


1. Die Geburt der Kinder - ein Rückblick am zweitem Geburtstag,

2. Ninas Kita-Tag - aus Ninas Sicht,

3. Pauls Diagnose - unsere Welt stand Kopf,

4. der Ohrenarztbesuch - ohne Kind und Kegel, dafür mit Oma

5. mein Depressions- Comingout - ein Aufruf, diese Krankheit ernst zu nehmen.

6. Karlis Einzug - wie man den Kauf eines 180-cm-Teddys rechtfertigt




17.08.14 
Es war ein Freitag. Gegen 14 Uhr holte mich die Schwester zur Doppler-Untersuchung ab. Hannas Werte waren ein paar Tage zuvor nicht perfekt. Also ganz nach dem Motto "Vorsicht ist besser als Nachsicht" wurde nun engmaschiger kontrolliert. Der Professor wartete schon. Also hopp rauf auf den Tisch. Grazil wie eine schwangere Elchkuh schwing ich mich auf die Pritsche. Glibber auf den Bauch, Kinder orten und sortieren und dann messen.  
"Na, das sieht nich mehr ganz so gut aus.", sagt der Halbgott in weiß.  
Ich so: "Wa?... Und nu?...".  
"Na, da werden wir die Kinder mal lieber holen", sagt er.  
Ich so: "... wann?".  
"Naja, ein wenig Personal werden wir wohl aus dem Urlaub und frei holen müssen... So in vier Stunden.", sagt er.  
Ich so: "...*schluck*...". 
Ich darf nochmal kurz auf Zimmer, Paul anrufen. Tappel allein durch die langen Flure. Völlig in Gedanken. Komm mir wie der einsamste Mensch auf Erden vor, weil ich es ahne: 
Paul hebt ab: "Watt is los, Maus?" 
Ich: "Hi... Du, ähm, die holen die Kinder jetzt..." 
Paul: "WATT?" 
Ich: "... ähm... ja..." 
Paul: "Ey, ick bin uff Tour, ick kann nich abbrechen... Mist!!!!!!" 
Ich: "... komm nach Feierabend so schnell es geht..." 
Paul: "... ja... ick liebe dich Mauzi... pass uff dich uff..." 
Ich: "Ick lieb dich och..." 
Allein... In den besten Händen... Aber allein... 
Seit 11 Wochen und 5 Tagen lag ich im Krankenhaus. 
Aber nun wird's Ernst... 
Wieder zurück werd ich in einen separaten Raum geführt. Der Zugang für den Anästhesie-Kram oder was auch immer wird gelegt. Die vier Stunden vergehen wie im Flug. Ich kritzel die drei Namen auf einen Zettel. Das Einzelchen, wie wir es zu dem Zeitpunkt nennen, liegt unten und wird die Erste sein. Nikola soll sie heißen. Welche von unseren Eineiigen als Zweite kommt, wissen wir nicht verlässlich. Auf Platz 2 steht auf dem Zettelchen Hanna und auf Platz 3 Nina. Das Schicksal soll das letzte Wort haben.  
Ein Arzt kommt rein. Dr. Vogt, glaub ich, hieß er.  
"Holen SIE die Kinder?", frag ich.  
"Wieso?", fragt er. "Naja, Sie wären sowas wie mein Wunsch-Arzt...", sag ich.  
"Oh. Ich hab eigentlich Feierabend... Ich klär das mit meiner Chefin ab...".  
Und ja - es klappt. Ich atme auf. Ich hab ihn nur zwei Mal getroffen, aber seine ruhige, erfahrene Art wiegt mich in Sicherheit. 
In den OP lauf ich. Wieder allein. Nur ein paar Schritte. Ein letztes Mal für mich allein. 
Ich erreiche den OP. "Hi", sag ich. Und rauf auf den Tisch. Sitzend. Rücken frei machen. Spinal-Anästhesie schimpft sich das. Pieks in den Rücken. Hinlegen. Taubheit stellt sich ein. Ein Tuch wird knapp unterhalb meines Halses aufgespannt. Die Anzahl der Personen im Raum schätz ich auf ein Dutzend. Ich glaube, drei an meinem Kopf. Eine lugt über das Tuch: "Oh, die sind ja schon voll dabei.", sagt sie. Ich so: "Oh...". 19:18 Uhr. Irgendwo schreit ein Baby. EIN Baby? Nein! MEIN Baby. Nicki wird mir kurz vor die Nase gehalten. Ich so: "... *schluck*...". 19:21 Uhr. Ein Mäuschen wird hektisch vorbeigetragen. 19:22 Uhr. Nina wird mir vorgestellt. Berührt kurz mein Gesicht mit der Hand. Weg ist sie. Es werden weniger Leute. Jenseits des Tuches wird rumgeschneidert. Sie unterhalten sich. Stellen einander vor. Ich denk: "Oh..."... 
Sie legen mich vom OP-Tisch in mein Bett. Schieben mich ins Überwachungszimmer. Ich lass mir meine Kette mit Ehering, Verlobungsring und dem Anhänger meiner Oma geben. Bekomme auch mein Handy. Ich ruf meine Eltern an. Und dann lieg ich dort. Allein. Meine ideell unbezahlbaren Accessoires fest umschlossen. Ich zitter. Mir is aber warm. Wohl der Kreislauf. Sie leiten eine Art Fön unter meine Decke. Jetzt wird's besser. Ich lege die Hände auf meinen Bauch. Das Gefühl werd ich nie vergessen. Sie sinken gut 20 cm tiefer als noch ein paar Stunden zuvor. Wow... 
Eine Schwester kommt. "So, wir fahren sie jetzt mit dem Bett zu den Kindern und dann aufs Zimmer". Ich so: "Oh..." 
Sie schieben und ziehen und zerren mein Bett durch die Türen der Neonatologie-Stationen. Mir is der Aufwand peinlich. Aber sie sind so herzlich und fest entschlossen. 
Und da steh ich zwischen Nickis und Ninas Inkubator. Ninas is so hoch. Ich recke mich, aber die paar Zentimeter, auf die ich's bringe, helfen nicht viel. Ein Händchen seh ich. Schläuche. Nickis Bett is tiefer und offen. Da liegt der Wurm. Schlauch in der Nase. Das Pflaster, das ihn an Ort und Stelle hält, wurde in Herzform geschnitten. So viel Liebe auf diesen Stationen... 
"Gehen sie doch erstmal zu Ihrer Frau... Na klar... Gehen Sie schon...", höre ich. Ich wage zu hoffen. Und da ist er. In Arbeitsklamotten, frisch desinfiziert, Mundschutz. "Hier ist die Nikola", sagt die Schwester zu ihm. "Ich will erstmal zu meiner Frau.", sagt er. Kommt, zieht den Mundschutz kurz runter, küsst mich, ist bei mir. Nun schaut er seine Töchter an. "Wahnsinn...", sagt er. Und nochmal: "Wahnsinn"... Wir besuchen Hanna. Ich seh sie kaum. Aber dafür Pauls Lachfältchen über dem Mundschutz. Und wieder: "Wahnsinn!". 
Dann zurück im Zimmer. Paul bei mir. Hält meine Hand. Ich berichte. Wir grinsen. Wir sind Eltern. Ist denn das zu fassen? Wir sind Eltern... 
2 Jahre ist das her. Und schließe ich die Augen, ist es so nah. Jedes Gefühl so spürbar. Genauso überwältigend wie damals... 
2 Jahre... Schön waren sie. Hart waren sie. Lachen und Weinen oft nah beieinander. Tausendundein erstes Mal. Jeder Tag unvergesslich... 


16.10.14 
Ninas langer Weg zur Kita... 
Was? Hä? Och nee. Schon aufstehen? Tatsächlich. "Guten Morgen, Ladies!", trällert Mama und knipst das Licht an. Igitt - so hell. "Och nö", denke ich, kugel mich zusammen und rolle mich vom Licht weg. Schnell einen Hasi geschnappt und noch ne Runde mit ihm kuscheln. Oh, ich hab Hasi so lieb. Deshalb hab ich auch vier davon. Die schnuppern so gut. Mama sagt, sie schnuppern nach mir. Ich weis nich, aber ich mag es. Kurz lauschen - Mama holt erst Nicki. Gut so. Dann kann ich noch ein bisschen drummeln. Aber schon ist sie wieder bei da. Sie säuselt: "Guten Morgen, mein Engelchen." und entrollt mich. Als ich auf dem Rücken liege, beginnt sie den Schlafsack zu öffnen. Ich murre und dreh mich weg, denn ein bisschen will ich Mama noch necken. Aber Mama is nicht nach rumalbern, also geht sie zu Hanna. Das passt mir gar nicht. Ich murre. Sie trägt Hanna raus. Ich jammer. Ich hör sie weit entfernt die Treppe runter gehen. Ich stell mich hin und weine. "Mamaaa!", heule ich und da ist sie wieder. Schon geht es mir besser. Sie macht drüben in ihrem Zimmer das Fenster auf. Ich deute auf unseres. Sie lacht, nickt und macht auch unser Fenster auf. Dann kommt sie zu mir und schnell schmeiße mich auf den Rücken, bereit den Schlafsack herzugeben. Mama macht ihn auf und nimmt mir den Tutti aus dem Mund. Das mag ich gar nicht, aber ich weine nicht mehr deswegen. Mama stapelt mir meine fünf Hasis auf die Brust und nimmt mich auf ihren Arm. Ja, streng genommen sind es fünf Hasen. Aber quasi Vierlinge plus eins. Der Fünfte sieht anders aus. Ich nenne ihn Teddy, aber weil Hanna auch einen Teddy hat, heißt meine Nummer 5 Teddyhasi. Auf Mamas Arm grinse ich und Mama grinst zurück. Ich schlinge meine Arme, so gut es mit den fünf Hasen dazwischen eben geht, um Mamas Hals. Sie schnurrt. Ich liebe es, wenn sie so schnurrt, wenn ich sie umarme. Ich glaub, sie steht da total drauf. Papi auch. Wo ist der eigentlich? "Papa?", frag ich Mama. "Papa is schon arbeiten.", sagt sie. Ah. Kurz überlegen. Wenn Papa morgens arbeiten ist, ist er abends bei mir. Ok, das gefällt mir. Nun geht's die Treppe runter. Manchmal wartet da schon die Oma, aber nie, wenn ich Bummelletzter bin. Heute trägt mich also Mama bis ins Kuschelzimmer, legt mich auf ein Kissen und gibt mir meinen Möhrchensaft. Heut hab ich richtig Durst und trinke alles leer. "Alle alle", sag ich und strecke Mama die Flasche hin. Dann setze ich mich auf und schaue mich um. Wo ist das nächste Spielzeug? Ah, da liegt ein Auto. Meins! Mama hat sich mit zu mir gesetzt und zieht mich nun an sich heran. Sie setzt mir eine Maske aufs Gesicht und ich muss ein paar Mal da durch atmen. "Mezidin" nennt sie das. Und dann nimmt sie das Ding wieder weg. Schade eigentlich, ich würd so gern mal damit spielen. Aber nun hab ich ja mein Auto. Oh, Oma bringt Nicki. Schnell mein Auto verstecken. Sie klaut mir ständig alles. Aber Oma nimmt mich mit und mein Auto auch. Oh, den Hasi möcht ich aber auch. "Hasi", sag ich und Oma bückt sich ächzend und gibt mir einen Hasi. EINEN. "Hasi", sag ich. Mama reicht mir einen weiteren. Mmh. Nun hab ich zwei. Wo ist der Rest? Aber Oma hat keine Geduld. Sie nimmt mich mit zum Wickeln und zieht mich ein bisschen an. Den Rest zieht Mama mir im Kuschelzimmer an. Nicki und Hanna stehen schon in Jacke und Mütze bereit. Mama beeilt sich. Und dann stiefel ich hinter den anderen her an Mamas Hand in den Flur. Vorbei an dem Spielzeug. Mmh. Nein halt. Das da will ich mitnehmen. Oder nein; lieber das da. Was ist das überhaupt? Ach so, nee, das is doof. Doch lieber das andere. Wo hab ich das jetzt hingelegt? "Nina, komm", sagt Mama. Momentchen noch. Ach egal, ich nehm das. Und das. Und das. "Nina-Schatz, komm mit". Mama is schon vorne an der Haustür. Ich tappel hin und grinse sie stolz an. Sie staunt nicht schlecht, als sie sieht, was ich alles auf einmal tragen kann. Ich setz mich unten auf die Treppe und Mama beginnt mir die Schuhe anzuziehen. Die lila Stiefelchen. Och nö, ich mag lieber die rosa Turnschuhe. Ich ziehe meinen Fuß weg und reiche Mama die richtigen Schuhe. "Nein, wir ziehen die hier an". Wir? Ich muss damit rumlaufen! Nicht du! Aber das kapiert Mama sowieso nicht. Manchmal mag ich die ja auch. Aber heute is mir nach rosa. Ich stänker noch ein bisschen mit Mama. Dann schließt sie die Augen und schnauft tief ein und aus. Au Backe. Gleich wird sie böse mit mir. Nein. Ich mag es gar nicht, wenn Mama böse mit mir ist, also strecke ich meinen Fuß hin und Mama zieht die doofen Stiefelchen an. Dann reicht sie mir die Hand und ich tappel mit ihr los. Und da fällt mir ein, dass Hanna und Nicki schon bei Opas Auto sind. Sie haben sich bestimmt schon den besten Platz gesichert. Sowas doofes aber auch. Als wir am Auto ankommen, sehe ich, dass nur noch hinten etwas frei ist. Dachte ich es mir doch. Ich murre als mich Mama in den Sitz setzt. Von meinem Spielzeugberg ist auch nicht mehr viel übrig. Manchmal glaub ich, dass Mama mir das heimlich stibitzt, weil ich immer alles in der Kita vergesse. Mmh. Aber ein bisschen hab ich noch. Mama schnallt mich an und schließt die Tür. Und schon geht's los. Opa fährt. Er macht Musik an. Mmh. Weiß nich so recht. Wenn Papa fährt, is die Musik besser. Nicki guckt neben mir auch etwas verstört. "Mmh, ich muss mir Opa mal zur Brust nehmen.", denke ich noch, aber da sind wir schon da. Oma öffnet die Tür. Und da ist auch wieder die Mama. Oma macht den Gurt ab und gibt mich zu Mama. Ich schling ihr wieder die Arme um den Hals. Irgendwie hab ich jetzt nur noch ein Spielzeug. Na sowas. Hanna kommt auf Mamas anderen Arm und Mama stapft los in die Kita. Ich darf eine Tür aufmachen und Hanna eine andere. Mama freut sich total, wenn wir ihr helfen. In der Garderobe angekommen, setzt uns Mama schnaufend ab. Es is ein anderes Schnaufen als das vorhin. Sie is auch ganz nass im Gesicht. Hab ich was verpasst? Hat doch gar nicht geregnet. Mmh. Na egal. Da kommt auch schon Oma mit Nicki und unseren Rucksäcken. Gleich mal hin und Oma helfen. Ich mach einen Rucksack auf und entdecke zwei Dosen. Ich weiß, die blaue ist für's Frühstück, also nehme ich die andere, die wir erst nach dem Mittagsschlaf auf machen dürfen, raus und lege sie in die Kiste, in die Oma sie morgens immer legt. Den Rucksack mit der anderen Dose nehm ich mit in unseren Gruppenraum, denn bald ist Frühstück. Oh, da kommt auch schon die Nelli. Nelli is neu hier. Sie is gaaanz groß. Größer als Mami. Und sie hat einen Metallgnubbel am Mund. Maike hat das nicht. Dafür hat Maike ganz helle Haare und lacht und grinst den ganzen Tag. Das mag ich so an ihr. Mal schmulen, ob sie schon da ist. Nö. Naja, dann geh ich halt nochmal zu Mama. Die ruft sowieso schon die ganze Zeit nach mir. Jacke und Mütze ausziehen und hinsetzen. Mama zieht mir die Stiefelchen wieder aus. Na sag ich doch, die sehen doof aus. Ja, ok, dann schon lieber die Hausschuhe. So, fertig. Jetzt schnell spielen gehen. Nicki ist schon drin und Hanna klammert sich bei Mama fest und weint, weil Mama nicht mit uns mitspielen darf. Ich find das auch doof. Ist doch genug Spielzeug da. Aber wenn Mama mitspielt, wollen die Mamas und Papas von den anderen Kindern vielleicht auch mitspielen und dann wird es knapp. Ich weiß also, dass Mama, auch wenn es ihr schwer fällt, nur nicht mitspielt, damit wir das ganze Spielzeug für uns haben. Aber was macht Mama eigentlich, nachdem sie uns hier abgesetzt hat? Arbeiten sagt sie. Ob Mama auch Müllauto fährt so wie der Papa? Papas Auto hab ich mal gesehen. Das ist viiiel größer als alle anderen Autos und es schnauft wie Mama, wenn sie uns getragen hat. Und es blinkt oben am Kopf, wie bei der Pozilei. Hinten passt ganz viel rein und vorne darf nur mein Papa sitzen. Der andere Mann, der mit Papa zusammen arbeitet, darf nur hinten am Müllauto anfassen und sich auf ein kleines Dings stellen. Oft ärgert Papa ihn und fährt los, wenn er noch gar nicht drauf steht. Dann rennt er hinterher und wirft mit Säcken nach Papas Auto. Wie ein kleines bockiges Kind. Der Papa is aber auch ein Schelm... 
Ninas langer Weg ins Bett... 
Ein langer Tag liegt hinter mir. Gerade versuche ich einen Stein in so ein Dings zu drücken. Puuuh, ein hartes Stück Arbeit. Wo rennt denn Hanna jetzt hin? Oh, die Mama ist da. Und oooh, der Papaaa! Schnell wetze ich hin. Plumps! Das war zu schnell. Fix aufrichten und weiter geht's. Weg da, Nicki. Nein, Papa, nich die Nicki! MICH sollst du hochnehmen. Mich mich mich. Aber Nicki hatte zu viel Vorsprung. Menno. Na dann eben zu Mama. Mama nimmt mich hoch. Ich will gerade die Arme um sie schlingen, aber was seh ich denn da? Hanna spielt mit meinem Spielzeug. Lass mich runter Mama. Sofort. Ich winde mich auf Mamas Arm bis sie mich absetzt und schon renne ich hinter Hanna her. "Hanna!", sag ich. "Hi Hi", sagt Hanna. Oh wie gemein. Na dann eben wieder zu Mama. Wo ist die denn nun schonwieder hin? Ich höre Papas Stimme. Ah, in der Garderobe sind sie. Ich gehe hinein, setze mich brav hin und lasse es über mich ergehen, dass mir Mama wieder diese doofen Stiefelchen anzieht. Papa sammelt inzwischen die Dosen ein und stopft sie in die Rucksäcke. In einer Dose is noch fast alles drin. Er meckert und guckt mich an. Ich gucke schnell weg. Ja, da war aber auch wieder nur Mist drin. Echt! Jetzt schnell Jacke an und Mütze auf den Kopf und durchstarten. Ich will zuerst am Auto sein. Die anderen bummeln eh noch. Mama schnauft wieder so komisch. Nicki scheint wohl grad echt bockig zu sein. Gut so! Die macht mir meinen Platz nicht streitig. Papa trägt Hanna und greift jetzt auch nach mir. Mist; zeitgleich mit Hanna am Auto ankommen ist auch doof. Ich brauche ein Ablenkungsmanöver. Ich winde mich und Papa setzt mich wieder ab. Mittlerweile sind wir draußen. Ich knie mich auf den nassen Boden und fange an zu krabbeln. Der Plan geht auf, denn alle Affen machen nach. Hanna windet sich auf Papas Arm und wird auch abgesetzt. Sie kniet sich hin und krabbelt mir hinterher. Papa überholt uns und macht die Tür auf. Ich steh auf, recke Papa die Arme entgegen und er nimmt mich hoch. "Auto!", sage ich. "Ja, Auto. Aber wir müssen noch auf deine Schwester warten!", sagt Papa. Ich fass es nicht. Hanna krabbelt immer noch. Na, das kann ja dauern. Aber Papa ist auch ungeduldig. Er schnappt sich Hanna und wir laufen los zum Auto. Mama mit Nicki auf dem Arm hat uns inzwischen eingeholt. Na klasse! Wir kommen alle gleichzeitig am Auto an. Und dann setzen sie uns auch noch gleichzeitig ab. Mist! Ich stürze zur Tür. Nicki und Hanna dicht neben mir. Hanna schubst mich. Fräulein, was ist das denn? Sowas macht man nicht, sagt Mama. Geh da weg! Ich berühre vorsichtig ihre Brust und sie stolpert unglücklich nach hinten auf ihren Po. Ups! Na mir egal. Die Tür geht auf. Ich krabbel los. Nicki murrt und zickt hinter mir - HINTER mir! Ich steuere zielsicher auf den mittleren Sitz in der mittleren Reihe zu, von dem aus ich zwischen Mama und Papa nach vorne schauen kann. Und weil die anderen hinten sitzen, kann man auch zu den Seiten alles sehen. Ich hab gewonnen und lasse mich auf den Sitz plumpsen. Aufgeregt hopse ich hin und her. Von mir aus kann's losgehen. Aber nein, Hanna-Baby und Nicki-Baby müssen noch hingesetzt werden. Passt ihnen wohl nicht. Mir egal. Wir fahren los und ich schaue aus den Fenstern. Oh, da ist ein Hund. Oooh, ich find die so toll. "Wauwau", sag ich. Ich bin völlig aus dem Häuschen und belle den Rest des Weges. Hanna und Nicki machen auch mit. Das ist ein Spaß. Als wir zu Hause ankommen, holt mich Papa aus meinem Sitz und trägt mich bis in den Hausflur. Überhaupt tragen die mich den ganzen Tag durch die Gegend. Ich kann doch alleine laufen. Und dann können wir auch so schön Fangen spielen. Darin werd ich immer besser. Aber jetzt bin ich langsam müde und Tragen ist mir schon lieber. Papa zieht mir Stiefel und Jacke aus, wundert sich wo die Mütze ist, gibt aber schnell auf und ab geht's in die Küche. Unterwegs hab ich ihm noch seinen Schlüssel stibitzt. In meinem Füttersitz am Abendbrottisch nehme ich ihn unter die Lupe. Papa zeigt mir so ein Dings, das da dran baumelt. Wenn man da drauf drückt, kommt Licht raus. Toll! Nach einer Weile sitzen auch die anderen schon am Tisch. Was schnuppert denn hier so gut? Ich lass den Schlüssel fallen. Ich habe einen Bärenhunger. Hoffentlich gibt es jetzt was Besseres. Mama stellt mir mein Tellerchen hin und gibt mir meinen Löffel. Aha. Pampe mit Soße. Ich liebe Pampe mit Soße. Ich stopfe mich voll. Ab und zu geht was daneben und Papa murrt. Aber egal. "Tatsi", sag ich und Papa gibt mir eine Tasse mit, ähm, was ist das? Is da überhaupt was drin? "Wasser", sagt Nicki. "Ja, fein Nicki! Wasser! Genau!", sagen Mama und Papa. Streber! Ich stecke mal vorsichtig den Pampelöffel rein. Oh! Jetzt schwebt die Pampe von meinem Löffel mitten in der Tasse. Mmh. Ich greife danach. Igitt! Total nass. Ich jammer und strecke Papa die Hand entgegen und er macht sie sauber. Ich schaue in die Tasse. Immer noch nix drin. Also kann ich ja reingreifen. Oh. Wieder nass. Mmh. Ich beschließe, mir gleich den Mund zu putzen, schmiere mit der Hand über's Gesicht und lache Papa stolz an. Er schüttelt den Kopf. Tja, da staunste, wa? Ich bemerke, dass auch der Tisch dreckig ist also kippe ich das Streber-Wasser aus meiner Tasse aus und wische mit der Hand den Tisch ab. Mama beginnt zu schnaufen. Alle Affen machen nach und Nicki und Hanna kippen ihre Tassen auch aus. Mama schnauft noch mehr. Offenbar will sie lieber allein sauber machen. Na bitte, dann eben nicht. Mama geht mit mir ins Bad zum Händewaschen und dann in die Stube zum Wickelplatz. Sie nimmt eine Windel für mich und zwei für die Affen raus. Weil sie mich noch immer auf dem Arm hat, kann ich in das Fach mit den Tuttis sehen, die wir am Wochenende zum Mittagsschlaf bekommen. Und plötzlich merke ich, wie müde ich bin und dass ich nichts lieber als diesen einen Tutti haben will. "Tutti", sag ich. "Nein", sagt Mama. "Tutti" - "Nein, erst im Bett." - "Tutttiii", jaule ich als ich schon auf dem Wickelplatz liege. Tränen kullern mir in die Ohren. "Tutti. Tuttiii!", wimmere ich. Papa kommt. Er guckt Mama an. Mama nickt. Ich halte inne und hoffe ganz ganz dolle und jaaa, Papa gibt mir den Tutti. Ich stopf ihn mir schnell in den Mund und atme auf. Aaauuuf. Oh ist das schön. Warum nehmen die mir den immer wieder weg? Ich mag ihn sooo sehr. Schiefe Zähne soll man davon kriegen, sagt Mama. Aber die kann ich doch hinterm Tutti verstecken. Aber auch das versteht Mama nicht. Inzwischen sitz ich bei Papa aufm Schoß im Kuschelzimmer. Naja, ich hänge mehr, als dass ich sitze. Hanna bringt mir einen Hasi. Oh wie lieb von ihr. Jetzt tut mir das schubsen leid. Ich senke meinen Kopf an Papas Bauch und schließe schon mal ein bisschen die Augen. "Milch", trällert Mama. Nicki wetzt ganz aufgeregt hin. Woher nimmt sie um diese Zeit nur den Elan. Papa sichert mir meine Flasche. Müde mache ich den Mund auf und schrecke hoch, als ich merke, dass der Tutti raus fällt. "Papa hat schon", sagt Papa, gibt mir meinen Tutti und ich sinke erleichtert zurück in seinen Arm und an seinen Bauch. Ich trinke meine Milch. Viel passt aber nicht mehr rein, also reiche Mama die Flasche und rolle mich auf Papas Schoß zusammen. Ich höre wie Mama Nicki zum Zubettgehen überreden will. Irgendwann gewinnt sie. Ach, ist das schön bei Papa. Er streichelt mir den Kopf und durch die Haare. Herrlich. Dann sagt er leise: "Komm Nina, ab ins Bett.". Endlich. Ich stehe auf und wanke zur Tür. Papa sammelt meine Hasen und folgt mir. Ich tapse durch die Stube und sehe wie morgens das Spielzeug. Egal. Bett! Ich tappel bis zur Treppe, gucke hoch und recke die Arme nach Papa aus. Er trägt mich hoch. Ich kann das auch allein, aber nicht mehr heute. Oben lässt er mich runter. Ich kann allein zum Bett laufen. Ich bin doch schon groß. Müde, aber sooo groß. Ich geh kurz zu Nickis Bett. Sie liegt und streichelt ihre Puppe. Dann kurz zu Hanna, die grade von Mama hingelegt wird. Ich greife durch die Gitterstäbe und klaue ihr einen Tutti. Sie hat sowieso zu viele im Bett. "Komm Nina!", flüstert Papa und nimmt mich hoch. Mama will noch einen Kussi. Na wenn’s denn sein muss. Ich nehm den Tutti raus und knutsche Mama und dann Papa. Tutti wieder rein und schon liege ich im Bett. Papa legt mir meine Hasen auf die Brust und säuselt noch was, aber ich höre schon gar nicht mehr richtig hin. Eine Melodie kann ich hören und Hannas und Nickis Atmen. Sie passen die ganze Nacht auf mich auf, das weiß ich ganz genau. Ich schlafe ruhig ein und träume, dass Mama Papas Müllauto fährt und Papa rennt hinterher. Am Straßenrand liegt das Spielzeug, das ich morgens verloren habe. Oh. So viel war das? Sie sammeln alles ein und fahren damit weg. Bestimmt sind sie froh, dass sie nun ein paar Spielzeuge für sich haben. Morgen lasse ich ihnen wieder was liegen. Versprochen... 


10.04.2014 
Heut mit Oma beim Arzt. Ohr is im Arsch. Wir also rein und ab ins Wartezimmer. An drei Wänden aufgereiht stehen 15 Stühle. Und sie sind wie folgt belegt: 1, 3, 5, 7, 9, 11 und 15. Bloooß keine anderen Menschen berühren. Die Devise lautet: "Mein Tanzabstand. Dein Tanzabstand.". Oma passt sich an und setzt sich auf 13. Ich hab also die Wahl zwischen einer Bibliothekarin auf 11 und einem Hippie auf 15. Mmh. Na, ich bin halt auch n bissl Spießer. Ab auf die 12. Und da sitzen wir nun. Ich starte Smalltalk mit Oma. Sie dreht sich zu mir, grinst, dreht sich weg. Aha. Das ist also das kaputte Ohr. Gut. Dann gucken wir uns mal die Damen mit dem Sicherheitsabstand an. Der Hippie war nämlich der einzige ähm "Mann" im Raum. Also auf 1 eine ältere Dame, polierte Schuhe, Beine übereinander geschlagen, Urgroßmutters Uhr am dürren Handgelenk, Kinn in die Höhe, stolzer, erhabener Blick und durchschnittlich aufwendig toupiertes, altersgerecht ergrautes Haar. Neben sich, auf der Ecke von 2, die Handtasche. Gesichert mit der Linken. Das Böse lauert überall. Diese verkommene, verdorbene Welt. Wie sich herausstellt, wartet sie auf ihre Gatten. Er betritt irgendwann die Bühne. Arztsocken, Jesuslatschen drüber, kackbraune Cordhose, Urgroßvaters Pulli, Anglerweste, Hornbrille. Also keine echte, urige Hornbrille, mit dem Dreck von Jahrzehnten unterm Rand, sondern eine hochmoderne schwarze hornbrillenartige Hornbrillenkopie mit dem Aufdruck eines namenhaften Modedesigners. "Trude, komm!". Trude: "Bist du fertig.". Horny: "Ja. Komm!". Horny verlässt die Bühne. Trudchen schnappt sich schnippisch ihre Jacke. Damals, in der guten alten Zeit, als Hans-Egon, oder wie auch immer er heißt, noch um sie warb, half er ihr gentlemenlike in den Mantel. Heute kann sie froh sein, wenn sie ihm seinen Hut nicht hinterhertragen muss. Muss sie aber. Dann wird das Kinn eben noch etwas höher gereckt. Gefährlich in einem Altbau mit 20 cm-Türschwellen, aber Trudchen meistert es... Auf der 3 eine Blondine in den 30ern. Haare akkurat mit Schablone schulterlang geschnitten, Augenbrauen kaum vorhanden, aber gekonnt nachgepinselt, hellblauer Lidschatten, blasser Schnabel, türkiser (oder sagt man türkisfarbener) Pulli, knallenge Jeans, pinke Turnschuhe, braune Handtasche mit güldenem D&G-Aufdruck. Keine künstlichen Fingernägel. Passte so gar nicht ins Bild, aber wir lassen sie gewähren. Ex-Teenie-bald-Trudchen saß ganz unspektakulär da und starrte auf die Schuhe der gegenüberliegenden Reihe mit Sitz 11 bis 15. Ich überlegte kurz. Ah, ich hab die braunen Stiefel (noch nie hab ich 70 Euro für Schuhe ausgegeben) an, die vorne vom Buggy zusammenklappen ne Delle haben, an. Meine Besten. Passt... Also weiter zur 5. Eine kurze hagere Magere. Ziemlich verbraucht. Gelbe Fingernägel und farblich passende Zähne. Dünnes, ungleichmäßig langes, straßenköterblondes Haar, strenger Blick, nervöses Zappeln mit den übereinandergeschlagenen Beinen. Bissl wie Peg Bundy. Der Pulli wirkte wie ihr Meisterwerk ausm Handarbeitsunterricht vor 40 Jahren. Daaamals, als es Wolle nur in weiß und rot gab. Skurrilerweise überstrahlte das Weiß die Zähne und Fingernägel. Aber gut. Lassen wir das... Auf 7 eine schätzungsweise ebenfalls 30-jährige hagere, dezent und bieder herausgeputzte junge Dame. Schwarze Wildlederpumps. Schwarzer, am knöchernen Körper schlackernder Anzug mit güldenen Knöpfen. Sollte wohl nach D&G aussehen. Tat's aber nicht. Eher wie ein gepimpter Konfirmationsanzug des jüngeren Bruders. Die strähnigen, kinnlangen braunen Haare zur Hälfte mit einer Spange hochgebunden. Ebenfalls blasse Lippen, blauer Lidschatten und kaputtgezupfte-und-deshalb-nachgemalte Augenbrauen. Scheint ein Generationending zu sein. Hab ich verpasst. Was bin ich froh. Anders als Blondie, hat sie ein Buch aufm Schoß. Da krächzt die Schwester von fern ihren Namen. Die schwarze Else springt auf - beinah fällt ihr das Buch runter - und stolziert (beeindruckend laut angesichts ihrer Windschnittigkeit) ausm Raum... Da springt Oma auf. "Ne, Mäuschen, bleib mal hier!", sag ich, "Du wurdest nicht aufgerufen!". Oma, und mit Oma meine ich meine Mutter, die Oma meiner Kinder (Auch komisch, dass Mama plötzlich immer Oma heißt, wenn Tochter Mama wird. Aber gut.), Oma setzt sich, guckt mich an, als würde sie sagen wollen "Mit mir is och nüscht mehr los.", ich gucke zurück, als würde ich sagen wollen: "Haste recht!" und setze meine Beobachtungen fort. Wo waren wir? Trude, Blondie, die Kneipenwirtin, Blacki - ah, Nummer 9. Was ihre 4 mageren Sitznachbarinnen vom Stuhl nicht benutzen, benötigt sie mehr. Man hört die letzten, erstickenden Worte des Stuhls: "Ich krieg keine Luft. ICH KRIEG KEINE LUUUFT!". Die Kleidung zu beschreiben, grenzt an Zeitverschwendung. Is eh alles nach dem Motto "Tarnen wir ein Rüsseltier". Die Schuhe sind, wie sollte es anders sein, schief gelatscht. Während die Außenseiten aussehen, wie frisch aus'm Laden, zeugen die Innenseiten von A-Beinen. Das is, wenn die Oberschenkelmassen ein Zusammentreffen der Knie und erst recht Unterschenkel unmöglich machen. Die Füße sehen einander quasi bei einer Sichtweite unter 50 Metern nicht mehr. Nun gut, Röschen (in Anlehnung an die rote Bombe aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel") hockt also da, Handtasche aufm Schoß und ein Buch in der Hand. Vermutlich "Shades of Grey". Alle kennen es, aber keiner hat's gelesen... Die Dame auf der 11 dürfte es vielleicht wissen. Nach meiner Einschätzung wie gesagt Bibliothekarin. Im Prinzip eine Mischung aus den Prachtexemplaren zuvor. Erhaben wie Trude, Brille wie Horny, das Haar akkurat wie Blondie, klein und hager wie die Kneipenwirtin, Anzug ähnlich dem von Blacki, nur dass es wohlmöglich D&G is, und lesend wie Röschen. Aber kein Taschenbuch, wie die Massen, sondern eins mit Hardcover und seidenem Schniepel. Aus der Handtasche, so groß wie ein Aygo-Kofferraum, ragen weitere Bücher. Die Brille lässig auf der Nasenspitze balancierend, erinnert sie mich an meine Deutschlehrerin... Auf 12 und 13 Mama und Oma. Auf 14 die lederne, mit Ansteckbuttons übersähte Umhängetasche aus den wilden Siebzigern vom Hippie auf 15. Er wirkt etwas "gezähmt". Statt einer Cordhose trägt er Jeans und statt Jesuslatschen braune hohe Sneakers mit dunkelgrünen fetten Schnürsenkeln. Ziemlich abgenutzt, als würde er sie schon seit 10 Jahren haben. Und tragen. Immer. Auch beim Schlafwandeln. Obenrum n Parka mit tausendundeiner Tasche und wiederum Buttons. Fuck, ich kann nicht lesen was da steht. Jedenfalls schulterlange, dünne, fettige Haare, Drei-Tage-Bart, John-Lennon-Brille und vernebelter Blick... Oma ist inzwischen tatsächlich aufgerufen worden. Ich kämpfe gegen die Müdigkeit und verliere immer wieder. Bin also auch eins dieser typischen Wartezimmerexemplare. Auf der 12 sitzt eine verbrauchte, mehr als pummelige Muddi in allenfalls praktischem Dress. Bei den Schuhen etwas tiefer in die Tasche gegriffen, aber trotzdem schon zerwichst. Die Hose, schwarz, ein Model, dass sie in 2 weiteren Farben hat, weil endlich eine "vernünftig" sitzt. Die Jacke ein baumelndes altes Ding vollgestopft mit allem , was andere in riesigen Handtaschen unterbringen, weil Muddi zu faul is, sich eine solche über die Schulter zu schwingen. Die Haare zu einem Dutt wie zu Urgroßmutterszeiten zusammengeknautscht. Verzweifelt versucht sie die Augen offen zu halten. Starrt in die Runde. Starrt auf den Teppich. Ne doch wieder in die Runde. Und eeendlich ruft die Oma: "Kommst du?!". Und aufm Weg aus dem Raum kann ich lesen, was auf dem Button steht: "Na, mal wieder zu cool um Hallo zu sagen?". Er guckt. Ich lache. Er lacht. Peace! 



13.05.16 

Ich war Glück gegenüber schon immer etwas misstrauisch. Wir hatten immer viel davon, getreu nach dem Motto: "Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her." Irgendwie kam von irgendwo her immer Glück. Sei es Pauls schwerer Motoradunfall, die risikoreiche Drillingsschwangerschaft, oder auch kleinere Sorgen wie ein finanzieller Engpass oder whatever. 

Nun gleicht sich alles aus. Nun fordert das Schicksal uns mehr denn je heraus. Knochenkrebs. Faktisch unheilbar. Paul. 

Ja, tief durchatmen - Das muss ich mir immerwieder sagen.  

Bei dieser Krebsart wird vieles angegriffen. Das Immunsystem, aber allen voran die Knochen. Sie lösen sich mit der Zeit auf und können spontan brechen. 

Da die Wirbelsäule schon an vielen Stellen durchlöchert und an einigen frakturgefährdet ist, startet in ein paar Tagen hoffentlich die Bestrahlung mit radioaktivem Irgendwas. Einer der Halswirbel ist so stark betroffen, dass eine Verletzung des Rückenmarks und damit eine Querschnittslähmung Hals abwärts droht. Mit der Bestrahlung wird das aufgehalten. Neuer Knochen bildet sich in dem entstandenen Loch allerdings nicht. Eine Art Bindegewebe bildet sich und wird stützen.  

Danach startet so schnell wie möglich die Chemo. Anschließend Stammzelltransplantation. 

Wie sehr das die Lebenserwartung verlängert, wissen wir noch nicht. Auch das volle Ausmaß der Erkrankung steht noch nicht fest, weil die Knochenmarksprobe noch nicht komplett untersucht ist. Das braucht in diesem Fall etwas länger. 

Freunde und Familie stehen uns mit aller Kraft bei. Das erleichtert. Schließlich brauchen wir auch Kraft für unsere Kinder. 

Keine zwei Tage ist die Diagnose her. 

Wie anders jetzt schon alles ist. Schon jetzt sieht man einiges mit anderen Augen. Jede Berührung ist tausendmal schöner als zuvor. Jedes Lächeln ist kostbarer. In klaren Momenten genießt man Kleinigkeiten mehr als je zuvor. Die Hektik des Alltags kümmert nicht mehr... 

Jeder, der uns kennt, weiß dass wir wie ein Herz und eine Seele sind. Und doch schweißt es uns noch mehr zusammen. Das Wort "Liebe" beschreibt nur einen Bruchteil des Gefühls, das uns verbindet. 

Wir sind stark füreinander. Trösten. Muntern auf. Spenden Zuversicht. Halten Gedanken, die sich mit dem Schlimmsten befassen im Zaum... 

Verurteilt mich nicht, für meinen Post. Die Dinge niederzuschreiben und Preis zu geben, hilft mir bei der Bewältigung... 

Wenn ihr mal eine Hand frei habt, drückt uns die Daumen... 



01.03.2016 

Depressionen - ist doch nur Einbildung! 
oder: 
Mein Seelen-Striptease 

Allen voran: Das hat nichts mit Drillinge oder nicht Drillinge zu tun. DAS kann jedem von euch passieren. 

Aktuell wiederfährt einer Freundin etwas, was ich zum Glück nicht durchmachen musste. Sie leidet ebenfalls an Depressionen, wird aber nicht ernst genommen. Sie soll sich zusammenreißen. Sie soll sich nicht so haben. Sie soll einfach zum Arzt gehen und dann ist gut. Ein paar Pillen einwerfen, wenn's denn überhaupt sein muss. 

Bullshit!!! 

Ich bin seit November 2013 depressiv und seit März 2015 nahezu durchgehend krank geschrieben. Und zwar nicht faul-krank. Das ist keine Farce. Das ist keine Frage von Fleiß oder der richtigen Arbeitseinstellung. Das ist keine Frage von Aufmerksamkeit bekommen wollen. Vielmehr geht es um Unversehrtheit des Leibes und um's Überleben. 

Wen es interessiert... 

Der Grund für meine (!) Depressionen war unter Anderem, dass ich nicht ein, nicht zwei, nein, drei Kinder mit einem Schwung bekommen habe. Dass ich 11 Wochen zuvor in der Charite "gefangen" war. Ja, das hat meinen Mädels und vielleicht mir das Leben gerettet, aber es war traumatisch. Auch 4 Wochen lang nach der Geburt meine Kinder in den Inkubatoren zu sehen, nur zu funktionieren, zu funktionieren, zu funktionieren, hat Spuren hinterlassen. Vorsingen? Geschichten erzählen? Genießen? Nichts konnte ich. Nein, nicht mal lieben. Ja, haltet mich für ein Monster. Aber ich verdränge nichts mehr. Erst daheim habe ich begonnen, zu lieben. Mehr als Pflichtbewusstsein zu spüren. Langsam. Aber stetig wachsend... 

Aber Liebe hin oder her; Drillinge sind eine Kraft- und Geduldsprobe. Sie allein waren "kein Problem". Aber nach der Elternzeit wieder Vollzeit einzusteigen, wie es Generationen vor mir taten und wie es in meinem Umfeld alle tun, brach mir das Genick. Nur 3 Monate später saß ich beim Psychiater und bekam Pflanzliches. Antidepressiva lehnte ich ab. Ich hab doch keine Macke. Ich hab ein Tief. Und Antidepressiva haben einen verdammt schlechten Ruf. Schlimmer soll es werden. Zum Äußersten soll es führen. Nein, lieber nicht.  

Nach 6 Wochen krank wieder Vollzeit. Anfangs lief alles über Verdrängung. Probleme hab ich weggelächelt und mit Sarkasmus geschmückt und verherrlicht. Die Frage "Wie geht's dir?" habe ich immer mit dem allzu beliebten "Muss ja." beantwortet. Seid ehrlich - bei 90 Prozent der Menschen, die ihr fragt, wie es ihnen geht, interessiert euch die Antwort einen Dreck und ihr seid froh, wenn sie euch nicht mit ihren "Belanglosigkeiten" zulabern... 

Zur Verdrängung kam Vermeidung hinzu.  
Ich vermied, was mich am meisten Kraft kostete. Nicht die Arbeit; nein, meine Kinder. Wieder die Monster-Mutter, denkt ihr? Nein, der Trieb, zu funktionieren. Auf Arbeit funktionierte ich. Viele Überstunden. Aber viel Anerkennung. Anerkennung kriegt man als Mutter so selten, dass man sie im Verhältnis zum Kräfteaufwand gar nicht für voll nimmt. Zumindest, wenn man nicht in der Lage ist, zu erkennen, dass alles was die Kinder sind und ausmacht, mein Werk sind. Mein Verdienst. Der Stolz auf sie, den ich empfinde, ist im Prinzip Stolz auf mich. 

Aber sowas Positives lässt meine Erkrankung nicht zu. Es gab immer weniger Schönes. Kein Genießen. Kein Antrieb. Kein Gefühle. Tränen inmitten meiner Kinder. Ja, stellt euch ein Häufchen Elend auf dem Spielteppich, umgeben von Spielzeug, Büchern und drei Würmchen vor. Das Gesicht ist ausdruckslos. Die Tränen rollen das Gesicht runter. Den Hals. Die Brust. Mein Mann blickt mich fragend und erschüttert an. Ich ziehe die Augenbrauen zusammen, schaue verzweifelt und schüttel langsam den Kopf. Denn ich weiß nicht was los ist. Ich erkenne meine Hilflosigkeit. Mein Mann ist blitzschnell bei mir. Alle Dämme brechen. Ich schluchze unkontrolliert. Ja, du lieber Himmel, ich sabbere wie ein Baby. Ich zitter. Ich sacke zusammen. Ich weiß nicht was ich fühle. Ich bin leer. Und gleichzeitig so voll. Voll von Emotionen. Welche dominiert? Es wechselt. Stetig. Im Sekundentakt. Verzweiflung. Dankbarkeit. Hilflosigkeit. Liebe. Angst. Unzählige mehr. Und alles inmitten meiner Kinder.  

Alles zunächst nur in Gegenwart meines Mannes und meiner Eltern. Ich öffne mich erst sehr viel später anderen.  

Ja, sogar mich selbst belüge ich. Oh, und wie gut ich darin bin. Eine waschechte Fassade aus Sarkasmus, Verdrängung und Weglächeln baue ich mir auf. Aber im März 2015 passe ich nicht auf. 

Morgens fragt mich eine sehr gute Freundin wie es mir geht. Und hey, sie gehört zu den Menschen, bei denen es keine Floskel ist. Und hey, ich habe einen schwachen Moment und: Bin ehrlich. Erzähle und erzähle und weine und weine... Dann heißt es, Kinder wecken, ab zur Kita und zur Arbeit. In dem Zustand. Ich kann meine Fassade nicht schnell genug wieder hochziehen.  

Auf dem Arbeitsweg hab ich zum ersten Mal den Gedanken. "Wenn ich jetzt beschleunige, hab ich's hinter mir.". Es schockt mich. Ich verstehe es nicht. Woher kommt das? Was? Was? Was soll das? Wie komm ich auf sowas? Schnell die Fassade hoch. Nicht mehr lange bis zum Ziel. Alles wegdrängen. Weg. Weg. Weg. Das fröhliche "Guten Morgen" gelingt mir nicht ganz so wie sonst. Und dann in meinem Zimmer, die Kollegin, die mich lesen kann, wie ein Buch. Sie fragt, ob alles ok ist. Und auch bei ihr ist es keine Floskel. Aber nein, die Fassade. Die Fassade! "Ja" sag ich. Sie guckt fragend. Ich heule. Heule. Heule. Heule. Fange mich irgendwann. Aber es reicht nicht. An diesem Tag breche ich immerwieder zusammen. Und seit dem drauffolgenden bin ich nun krank geschrieben. 

Inzwischen nehme ich Antidepressiva. Ich war 9 Wochen in einer Tagesklinik. Mit bemerkenswerter Besserung. Bin im sogenannten Hamburger Modell wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt. Gleich am ersten Tag hab ich nach zwei Stunden geweint. Am zweiten und dritten erst abends. Danach gab es gute Tage. Immer im Wechsel. Bis - ja, bis der Sensenmann es auf meinen Papa abgesehen hatte. Nierenversagen. Es war sauknapp. Aber er hat es überstanden. Aber dieser Belastung halte ich nicht stand. 14 Tage später breche ich das Hamburger Modell ab.  

Es geht mir schlechter denn je. Selbstmordgedanken. So oft. So schockierend. Ja, ich träume sogar davon. Und was Neues: Ich will mir weh tun. Ein Messer im Oberschenkel ist verlockend. Ein Messer. Scharf. Wie Bastelmesser. Oh, wie sie locken. Himmel, wie kommen diese Gedanken in meinen Kopf? Mein Mann versteckt sie sicherheitshalber. 

Es ist für "gesunde" Menschen nicht nachvollziehbar, was das ganze "Affentheater" soll. Per Definition ist Depression eine Stoffwechselstörung im Hirn. Botenstoffe kommen nicht am Ziel an. So einfach ist das zu erklären. Was kann man tun? Pillen. Aber sie allein helfen nicht. Sie brauchen unterstützend Psychotherapie und vieles mehr um effektiv zu sein. Aber komm erstmal an einen Therapieplatz. 54 Ärzte habe ich abtelefoniert. Seit Februar nun endlich in Behandlung. 5 Sitzungen habe ich hinter mir. Über 160 folgen noch. Mindestens... 

Für euch ist es nun: Sie ist irgendwie traurig, will sich umbringen und aufschneiden. Oh, aber es ist so vielmehr. Es gibt so viel dazwischen. Nein, ich will das Schlimmste nicht täglich. Manchmal wochenlang nicht. Oft gibt es viele gute Tage hintereinander. "Viel" heißt zwei oder drei. Lächerlich. Ist aber ein Silberstreifen am Horizont. Ich lebe. Ich fühle. Ich empfinde. Ich empfinde Glück. Ich genieße. Ich liebe. Ich gebe. Ich lache. Ich bin ICH. Und dann... 

Dann wieder die neue Normalität. So fühlt es sich an: Wir sitzen beim Abendbrot. Die Kinder sind lebhaft. Kinder eben. Meinem Mann ist es, wie mir auch, zu laut. Aber er erfreut sich zu sehr an den Kindern, als dass es ihn wirklich berührt. Ich aber - ich beginne mit einem Bein zu wackeln. Dann das zweite. Dieses nervöse, schnelle Auf und Ab, das man von den ungeduldigen Nervensägen aus dem Wartezimmer kennt. Immer schneller. Ich fange an innerlich zu zittern. Schauer durchlaufen mich. Erreichen meinen Kopf. Es fühlt sich an, als hätte mein Hirn Platzangst. Als würde es mit aller Gewalt aus meinem Schädel wollen. Das Blut rauscht mir hin und wieder in den Ohren. Ich habe Probleme mich zu konzentrieren. Spricht mich eines meiner Kinder an, wiederhole ich ihr Gesagtes. Manchmal mehrmals. Bis es in meinem Kopf angekommen ist, und ich weiß, was sie gesagt hat und was ich machen oder antworten muss. Ich habe Probleme, die richtigen Worte zu finden. Stottere. Schließe immerwieder angespannt die Augen. Wenn es beinah eskaliert in mir, presse ich kurz und schmerzhaft heftig beide Hände vor mein Gesicht. Kratze mir mit den Fingernägeln über die Stirn. Möchte mir die Haut abschälen. Aber sie sind zu stumpf. Bohre sie in die Tischplatte. Aber sie sind zu hart. Ich kratze darüber. Keine Spuren. Ich seh das Küchenmesser auf dem Tisch. Ich schließe die Augen. Versuche den Gedanken nicht zuzulassen. Aber da ist er. "Nehmen, in den Oberschenkel rammen und erleichtert aufatmen". Das will ich jetzt. Nein! NEIN! Will ich nicht. Verdammt. Was denke ich da? Ich muss raus. Ich stürme raus. Jacke. Zigarette. Feuer. Ruhe. Ruhe. Ruhe... 

Ich habe beschlossen, dass nicht mehr zu wollen. Das abstellen zu wollen. Gesund zu werden. Mich in Behandlung zu begeben. Wieder ICH sein zu wollen. Mehr als 3 Tage im Monat. Immer. Keine Monster-Mama zu sein. Nein, ich bin keine, jeder der mich kennt weiß das. Und, oh Wunder, auch ich weiß das. Aber manchmal fühle ich nicht, was ich weiß. 

Der wichtigste Schritt ist getan. Ich habe mir Hilfe gesucht. Ärzte. Medizin. Aber was mir am meisten hilft, sind die Menschen um mich herum. 

Die, die ich liebe. Die, die mich ebenso sehr lieben. Die, die sich interessieren. Die, die die Wahrheit verdienen. Die, die es einfach wissen sollten. 

So wie ihr alle. 

Warum? Warum so öffentlich? 

Weil ich kein Einzelfall bin. In vielen von euch und um euch schlummert diese Krankheit. Oft unbemerkt. Oft verdrängt. Und allzu oft nicht ernst genommen. 

Gegen Verdrängen kann nur derjenige selbst etwas machen. Aber allen Außenstehenden möchte ich ein Stück weit die Augen öffnen. 

Hört nicht nur: "Geht so" oder "Muss ja". Fühlt es! Fühlt die Aufrichtigkeit. Wollt die Antwort wissen. Hört zu. Verdammt nochmal, hört zu. Rettet Leben!  

Allein durch Zuhören hat mir mein Mann im vergangenen Jahr unzählige Male das Leben gerettet. Das ist nicht überspitzt. Das ist kein Quatsch. Das ist erschreckend wahr.  

Mit Reden ist einem Depressiven in den schlimmsten Phasen am Meisten geholfen. Es muss kein Experte sein. Es muss kein Rat gegeben werden. Es muss nur gefragt und zugehört werden. Alles andere kommt beim Reden. Es ist, als würde man aus dem Matsch aufstehen und sich unter die Dusche stellen. Reden ist reinigend. Klärend. Es ist Lebensrettung. 

Bitte - seid wachsam. Hört zu. Es kann auch einen von euren Liebsten treffen. Nehmt sie ernst! Es kann auch euch selbst treffen. Dann wünsche ich euch, ernst genommen zu werden! 

Habt ihr überhaupt zu Ende gelesen? Hat es euch überhaupt interessiert, was ich da für einen langen Text schreibe? Was jault sie denn? Seid ihr die 90 %, die erleichtert sind, wenn die Antwort "muss ja" lautet?  

Wenn nicht; wenn ihr hier angekommen seid, dann helft mir und Meinesgleichen.  

--- Bitte hört zu! --- 

© Alle Rechte vorbehalten

30.08.2013
Da steh ich im Spielzeugladen und denk mir nix Böses, da tippt mir plötzlich jemand auf die Schulter. Ich dreh mich um und seh IHN...
Er so: "Na, du auch hier?".
Ich so: "Jupp".
Er so: "Wie ist das Wetter draußen?"
Ich so: "Geht".
Er so: "Und was macht die Arbeit?" Ich so: "Geht".
Er so: "Und die Familie?"
Ich so: "Geht".
Er so: "Und, gehst du wählen?"
Ich so: "Ey Alter, willste mir n Gespräch uffdrängeln oda watt iss?"
Er schweigt.
Die Mundwinkel gehen nach unten.
Er schluchzt.
Ich so: "Hab dich nich so"
Er stutzt. Glotzt mich an. Wirft sich auf den Boden und fängt an zu schreien und zu heulen.
Ich so: "Boa ey, watt iss?"
"ICH BIN SOOO EINSAM." Jault er. "Schule abgebrochen. Lehre geschmissen. Frau weggelaufen. Aus der Wohnung geflogen. Keine Freunde. Niiiiemand hat mich lieb. Ich steh den ganzen Tag hier im Spielzeugladen, damit mich wenigstens mal einer drüüückt."
Ich denk mir: "Du Looser"
Ich sag: "Willst Du..."
Er so: "JAAA" und springt auf meinen Wagen.
Ich so: "...n Keks?"
Er so: "Ne, später. Erstmal nach Hause, ich muss kacken. Hopp hopp. An der Kasse krieg ich noch n Lolli, dass ditt klar is."
Tja, nun sitza hier. Ich war völlig machtlos...