Paula Franz

Mein Leben zu fünft - Drillinge und so viel mehr

Habt teil an meinem Alltag mit meinem Mann Paul und unseren Drillingen Nina, Hanna und Nicky.

Mal witzig, mal skurril, mal bewegend...

Hier seht Ihr die aktuelle Beiträge - stöbert auch gern in den Archiven, schaut euch meine Auswahl unter "Highlights" an oder schnökert in den seltenene Foto-Raritäten. 

Viel Spaß

Eure Paula Franz




21.02.2020 

Sie kommen kurz vor stockduster vom Spielen im Garten rein.  
Ich und der Schalk in meinem Nacken stürmen in den Flur: "Gutn Tag."  
Nix. 
Sie ziehen die Stiefel aus und stellen sie ordentlich weg. 
Oh. 
Ich werd ernst: "Sie wünschen?" 
Ein Drittel guckt mit beschlagener Brille in meine Richtung. 
Ich: "Hallo?" 
Hannas Gesichtsausdruck fragt 'Watt'n?'. 
Ich: "Was wollt ihr hier?" 
Nina: "Is kalt draußen." 
Ich: "Ja und? Deswegen könnt ihr doch nicht einfach irgendwo rein gehen?" 
Nina: "Äh doch." 
Ich: "Äh nee." 
Ich: "Nee, also ditt jeht so nich. Ihr könnt doch nich einfach hier reinkommen und so tun, als würdet ihr hier wohnen." 
Hanna in strengem Ton, der jede Diskussion im Keim ersticken soll (netter Versuch): "Wir wohnen hier!" 
Nicky hängt ihre Jacke auf... unaufgefordert... 
Ich: "Warum gehst'n du jetz einfach an den Schrank? Du kannst doch deine Jacke nich einfach in meinen Schrank hängen." 
So langsam ignoriert mich keiner mehr. 
Nina: "Boa Mama." 
Stille. 
Sie gucken mich an. 
Ich ahnungslos: "Wer? Ich?" 
Nina genervt: "Jaaaaa duhuuu... MAMA!!!" 
Ich: "Ich hab keine Kinder." 
Hanna: "Doch! Du bist unsere Mama. Du hast uns gebohrt." 
Kurz entgleist mir meine Miene. 
Nina: "'Geboren' heißt das." 
Ich: "So'n Quatsch. Ich hab nicht mal Kinderbetten hier." 
Nina genervt deutet auf die Treppe: "Oooben!!!" 
Ich: "Gibt hier keen 'oooben'. Die Treppe is Deko." 
Sie schalten auf 'jaja, spinn weiter'-Modus und drängeln sich an mir vorbei in Küche und Stube: "Machen wir jetz Fernsehabend?" 
Ich: "WIR ja. IHR nein." 
Hanna hat offenbar nur das 'ja' gehört: "Mullewapp?" 
Ich: "Nein! Was mit FSK 30" 
Nina hat offenbar gar nix gehört: "Was gibt's zum Essen?" 
Ich verschränke entschieden die Arme vor der Brust: "Also jetzt reicht's aber. Raus hier." 
Nina reicht's auch: "Wir wohnen hier!!!" 
Ich naseweiss: " Ich glauuube nicht!" 
Nina in perfekter Kopie: "Ich glauuube doch!" 
Ich: "Na dann zeig mal deinen Ausweis!" 
Nina: "Was?" 
Ich: "Oder Reisepass und Meldebescheinigung." 
Nina guckt 'Häää?" 
Ich: "Und da man ja heutzutage mit allem rechnen muss: Habt ihr ne Aufenthaltserlaubnis?" 
Nina: "Es reicht, Mama!" 
Ich: "Ja, optisch deutsch, aber man kann halt nie wissen. Nicht dass ihr uns die Arbeitsplätze klaut und unsere Kultur unterwandert." 
Hanna: "Hä? Ich will gar nicht arbeiten." 
Ich: "Typisch. Und wovon willst du deine Miete zahlen, wenn du hier wohnen willst?" 
Nicky, die die ganze Zeit beobachtet und gelernt hat, steigt mit ein: "Na wir könnten hier putzen und du gibst uns Geld, damit wir die Miete zahlen können." 
Ich: "Putzfrauen verdienen nicht so viel wie sie verdienen." 
Nina: "Hä?" 
Ich: "Putzfrauen-Gehalt reicht nicht für die Miete und Essen und so." 
Hanna: "Wir brauchen kein Essen kaufen. Wir haben doch einen Kühlschrank." 
Ich: "So so... Und woher kommt das Essen darin?" 
Nina: "Na das kaufst du ja." 
Ich: "Na hör mal, wenn ihr euch hier einmietet, werdet ihr euer Essen schön selber bezahlen."  
Nicky: "Wir könnten uns Hühner, Schweine und Kühe halten. Dann hätten wir Eier, Fleisch und Milch." 
Ich: "Wennnnnn der Vermieter Tierhaltung erlaubt." 
Nina: "Hä?" 
Ich: "Ihr müsst mich fragen, ob ihr hier überhaupt Schweine, Hühner und Kühe halten DÜRFT." 
Nina, das freche Ding: "Nein müssen wir gar nicht, du bist ja nicht unsere Mutter." 
1:1 
Ich: "Aber eure Vermieterin." 
2:1 
Nina: "Dann machen wir's trotzdem." 
2:2 
Ich: "Dann erhöhe ich die Miete." 
3:2 
Nina: "Dann putzen wir eben noch mehr und kriegen noch mehr Geld und kaufen noch mehr Tiere." 
3:3 
Ich: "Mehr Tiere - mehr Dreck - mehr Putzen - mehr Geld - mehr Tiere... Das könnte euch so gefallen...Ich unterbreche mal deine Hausherrschaftspläne: Ich hab keinen Platz für drei Rotzlöffel wie euch. Und Nerven schon gar nicht. Ich bin schließlich verheiratet." 
Schweigen. 
Naja, Paul wird langsam aufmerksam und von hinten höre ich ein missbilligend-belustigtes: "So so." 
Ich dreh mich kurz zu ihm und schleuderte ihm einen "Watt'n - hälste dich für pflegeleicht?"-Blick entgegen. 
Nicky: "Dann muss Papa eben wieder zu seiner Mama ziehen." 
Nina: "Auf keinen Fall!" 
Hanna: "Ohne Papa halte ich Mama nicht aus." 

3:100 

Schweigen. 

Nicky: "Also das is ja alles ganz lustig, Mama, aber ich will jetzt Mullewapp gucken." 
Ich: "Dann geh nach Hause zu deiner Mama." 
Hanna: "Boa Mama!!! DU bist unsre Mama. Deshalb müssen wir hier wohnen!" 
Ich schüttel entschieden den Kopf: "Also da steckt keine Logik hinter: Ich wohne ja auch nicht bei meiner Mama!" 
Nina: "Du bist ja auch schon alt!" 
Ich reiße die Augen gespielt entsetzt auf. 
Paul gluckst hinter mir. 
Hanna: "Deine Mama hat dich bestimmt rausgeschmissen, weil du so frech bist." 
Mir klappt der Unterkiefer runter. 
Paul grunst. Ich dreh mich zu ihm. Er hält sich den Mund zu und guckt die Wand so aufmerksam an als würde er eine Doktorarbeit über Rauhfaser schreiben. Ich verengen die Augen zu Schlitzen. Er linst zu mir. Ich hebe warnend den Zeigefinger. Er: "Entschuldige meine Frechheit, oh große Königin." 
Nina: "Große, alte Königin." 
Hanna: "Große, alte und freche Königin." 
Ich: "Pah... Königin is Königin!" 
Nicky völlig kraftlos: "Mullewapp..." 
Ich gespielt kraftlos: "Miete..." 
Nina ganz langsam: "Mul-le-wapp!" 
Ich: "Ausweis..." 
Hanna pickst mich: "Mul..." pickst nochmal: "...le..." pickst kräftig und brüllt: ".. waaaaaaapp." 
Paul greift zur Fernbedienung und macht Mullewapp an. 
Die Hausbesetzer enspannen sich. 
Ich: "Ich ruf jetzt die Polizei an." 
Paul greift nach mir und zieht mich in seinen Arm: "Jetz mach mal halblang, Brain, setz dich und genießt die Ruhe, solange Mullewapp läuft." 
Ich sacke ein wenig zusammen: "Schatz..." 
Paul streichelt mir beruhigend den Kopf: "Ja..." 
Ich klage: "Sie haben mich alt genannt..." 
Paul: "Ja..." 
Ich jammer: "Sie haben mich frech genannt..." 
Paul: "Ja..." 
Ich flüsterte kraftlos: "Sie haben ihre Schuhe und Jacken ordentlich weg geräumt." 
Paul hält inne und flüstert: "Ganz ruhig... ich ruf jetzt das FBI, lasse den Flur untersuchen und dann nehmen sie entweder die drei Aliens mit oder geben dir ein paar Tabletten..." 
Schweigen. 
Ich: "Sie haben die Schuhe weggestellt..." 
Paul nickt stumm. 
Ich : "Sie haben die Jacken aufgehangen..." 
Paul atmet tief durch: "Bleib ruhig." 
Ich: "Ich hab Angst." 
Paul flüstert: "Nur noch 11 Jahre..." 
Ich jammer leise. 
Paul: "...dann hast du nur noch mich..." 
Ich halte inne. 
Paul: "...und dann werd ich all meine Kraft für dich opfern..." 
Jetzt klingeln meine Alarmglocken. 
Paul: "... und meine Kinder würdig vertreten und dir den letzten Nerv rauben..." 
Ich löse mich aus seinen Armen und schaue ihn verwundert an. 
Paul grinst gespielt boshaft: "...schließlich bist du ja verheiratet..." 

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